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Getreide

Dinkelkrise? Angebot kann Nachfrage nicht decken

von , am
28.05.2014

Aufgrund eines Lieferengpass sind Produkte aus Dinkel teuer geworden oder teilweise gar nicht mehr erhältlich. Der Anbau des Getreides hinkt der steigenden Nachfrage deutlich hinterher.

Dinkel hat auch auf schlechten Böden ein hohes Ertragspotential. © landpixel
Brot aus dem immer beliebter werdenden Korn hat sich deutlich verteuert, berichtet die Universität Hohenheim. Die Medien berichten von einer 'Dinkelkrise'. "Es gibt tatsächlich eine Versorgungslücke bei Dinkel, da der Bedarf seit Jahren sehr stark wächst." stellt Dr. Friedrich Longin, Leiter des Arbeitsgebietes Weizen an der Universität Hohenheim fest. Die Müller vermelden eine Umsatzsteigerung von 20 Prozent jährlich. Der Anbau hinkt dabei hinterher.
 
"Hinzu kommt, dass in dem kalten Winter 2011/2012 sehr viele Felder mit Weizen, Gerste und Dinkel erfroren sind. Die Ernte im darauffolgenden Jahr war durchschnittlich und jetzt sind die Lager leer", erläutert der Getreide-Experte. Bei gleichbleibend hoher Nachfrage dürften auch Emmer und Einkorn bald nicht mehr ausreichend verfügbar sein.
 

Dinkelpreise auf Rekordhöhe

Derzeit bleiben Supermarkt-Regale mit Dinkelprodukten gelegentlich leer. Aufgrund eines Lieferengpass ist Ware aus Dinkel teilweise gar nicht mehr erhältlich. Deutschlands größte Drogeriemarktkette, dm, berichtet gegenüber den Stuttgarter Nachrichten man könne seit Januar "einige Dinkelprodukte nur zeitweise anbieten". Die Lager der Mühlen sind weitgehend geräumt und eine Entspannung sei nicht in Sicht. Die Kaufpreise für Dinkel sind auf Rekordhöhe gestiegen.
 
"Wir versuchen von überall her Dinkel zu bekommen - aus Australien, Ungarn, Rumänien und Polen", sagt Heinz Künkele, Geschäftsführer der Ulmer Schapfenmühle laut Stuttgarter Zeitung. Momentan könne man, so Künkele, nur noch die Stammkunden versorgen.

Öko-Hofreport Nr.2: Die Felder stehen gut da

 
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