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Getreide

Disteln im Getreide bekämpfen

von , am
16.05.2012

Ackerdisteln können im Getreide zu einem ernstzunehmenden Problem werden. Kümmert man sich nicht rechtzeitig um die ersten Nester, nehmen sie schnell überhand.

Disteln im Getreide müssen rechtzeitig bekämpft werden. Bei der Wuchsstoff-Behandlung ist der richtig Zeitpunkt ausschlagebend für den Erfolg. © landpixel
Die Verbreitung der Ackerkratzdistel wird durch nicht rechtzeitig gemulchte Bracheflächen und Randstreifen gefördert. Wenn erste Nester im Bestand vernachlässigt werden, wird die Distel über kurz oder lang zu einem ernstzunehmenden Problem.
 
Mit Tribenuron (oder anderen Sulfonylharnstoffen) können aus Samen aufgelaufene Disteln bis zum 6- bis 8-Blatt-Stadium sicher bekämpft werden. Aus tiefsitzenden Rhizomen ausgetriebene Disteln werden aber nicht ausreichend erfaßt. Die Disteln zeichnen zwar lange auf die SHS-Spritzung, treiben dann aber wieder aus. Nach einer SHS-Spritzung findet man oft nebeneinander abgestorbene und wiederaustreibende Disteln.

Entscheidung fällig: Behandlung mit Tribenuron oder mit Wuchsstoffen

Die Crux besteht nun darin, dass die Wirkung einer Nachbehandlung mit Wuchsstoffen durch die Nachwirkung der Sulfonylharnstoffe begrenzt oder gar zunichte gemacht wird. Aus diesem Grunde sollte man sich von vornherein entscheiden, ob eine Distelbekämpfung mit Tribenuron (beziehungsweise SHS) durchgeführt werden soll oder mit Wuchsstoffen.
 
Tribenuron oder SHS können eingesetzt werden, wenn der (Teil-)Schlag in den Vorjahren frei von Disteln war und die neu auftretenden Disteln auf den Zuflug von Samen aus der Nachbarschaft zurückzuführen sind. Wenn bereits in den Vorjahren Disteln immer auf denselben Stellen auftraten, treiben diese größtenteils aus den Rhizomen (= Stockdisteln) aus und können mit Sulfonylharnstoffen nicht sicher bekämpft werden.
 
Da nahezu alle Sulfonylharnstoffe eine Wirkung auf die Disteln haben und die Wirkung einer nachfolgenden Wuchsstoffspritzung beeinträchtigen, sollten zwischen der Anwendung eines Sulfonylharnstoffes und der Wuchsstoffspritzung mindestens vier Wochen liegen.

Der richtige Zeitpunkt für die Wuchsstoff-Behandlung

Auch ohne SHS-Vorlage kann die Wirkung der Wuchsstoffe eingeschränkt sein durch den vorangegangenen oder gleichzeitigen Einsatz von Wachstumsreglern oder wachstumsregulatorisch wirksamen Azolen: Die Kombination Wuchsstoff + Ethephon scheidet von vornherein wegen Unverträglichkeit aus. Wird CCC mit Wuchsstoffen zusammen ausgebracht, sollte es nicht zu kalt sein, damit die Wuchsstoffwirkung schneller eintritt als die CCC-Wirkung.
 
Zwischen einer vorangegangenen Einkürzung und dem Wuchsstoffeinsatz müssen möglichst zehn bis zwölf Tage (ca. 140 °C) Abstand eingehalten werden, wenn eine Wirkung auf die tiefsitzenden Rhizome erzielt werden soll.
 
Damit schränkt sich der Zeitraum der Distelbekämpfung mit Wuchsstoffen ein: Aus pflanzenbaulicher Sicht ist die Wuchsstoff-Behandlung bis etwa fünf Tage vor der Großen Periode abzuschließen. Die Distel sollte aber anfangen, sich zu strecken und ausreichend Masse (Rosette mit mindestens acht Blättern) gebildet haben, um genügend Wirkstoff aufzunehmen. Daraus ergibt sich ein Zeitraum zwischen Ende April bis je nach Sorte und Saatzeit Mitte Mai, in dem die Distelbehandlung durchgeführt werden sollte. 

Vegetationsreport: Pflanzenschutzmaßnahmen richtig durchführen

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