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DRV korrigiert Prognose für Getreideernte nach oben

Dieser Artikel ist zuerst im Agrarmanager erschienen.

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Mähdrescher von John Deere
© Thomas Göggerle/dlz agrarmagazin
von , am
14.07.2017

Die Erwartungen an die deutsche Getreideernte 2017 haben sich im Juli nochmals etwas verbessert. Grund sind die nochmals etwas nach oben korrigierten Ertragserwartungen.

In seiner aktuellen Ernteprognose hat der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) im Vergleich zur vorigen Schätzung die stärksten Korrekturen bei Wintergerste sowie bei Körnermais und Roggen vorgenommen. Ebenfalls leicht nach oben korrigiert wurden Erträge und die Produktion bei Weizen, Hafer und bei Sommergerste.

Trotz der Aufwärts-Korrektur verfehlt die neue Getreideernte mit mit 46,3 Millionen (Mio.) t den Fünf-Jahres-Durchschnitt von 47,9 Mio. t noch immer recht deutlich. Das schwache Vorjahresergebnis von 45,4 Mio. t wird um etwa 2,0 Prozent (%) bzw. 0,9 Mio. t übertroffen.

Im vorigen Monat hatte der DRV die deutsche Getreideernte auf 45,8 Mio. t geschätzt und damit 0,5 Mio. t kleiner. 

Gerstenernte ist weit fortgeschritten

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© Olaf Zinke

Die Gerstenernte ist nach den Erkenntnissen des DRV, mit Ausnahme des Nordens und Nordostens, schon weit vorangeschritten. Sie wird allerdings immer wieder durch teilweise ergiebige Regenfälle unterbrochen. Die bisherigen Ergebnisse werden in der Summe hinsichtlich Menge und Qualitäten als durchschnittlich eingestuft.

Die Witterungsverläufe der vergangenen Wochen haben zu regionaler und teilweise auch lokaler Heterogenität geführt.

Die ersten Weizenbestände sind ebenfalls gedroschen worden. Für eine belastbare erste Bewertung von Mengen und Qualitäten ist es nach Einschätzung des DRV aber noch zu früh. In verschiedenen Regionen sind auch schon erste Rapsbestände gedroschen worden. Ähnlich wie beim Weizen ist es jedoch noch zu früh für belastbare Aussagen hinsichtlich der Ölgehalte.

Europaweit wird nach Angaben der EU-Kommission eine knapp durchschnittliche Getreideernte erwartet. Die Prognosen wurden aufgrund der anhaltenden Trockenheit in Spanien und einer nur durchschnittlichen Weizenernte in Frankreich nach unten korrigiert.

DRV prognostiziert Weizenerträge etwas besser

Die deutsche Weizenernte 2017 ist nach der Prognose des DRV mit etwa 25,4 Mio. t rund 3,8 % bzw. 0,9 Mio. t größer als die Weizenernte aus dem Jahr 2016 von 24,5 Mio. t.

Dabei basiert der Produktionsanstieg auf einer 2,7 % höheren Ertragserwartung (79,0 dt) als die Erträge der letzten Ernte (76,9 dt/ha). Gleichzeitig ist die Weizenfläche mit 3,215 Mio. ha geringfügig größer als Weizenfläche des Jahres 2016 mit 3,202 Mio. ha.

Im vorigen Monat hatte der DRV die  Weizenernte geringfügig kleiner auf 25,2 Mio. t geschätzt.

Ähnlich viel Wintergerste wie 2016

Mit einer erwarteten Ernte von 8,93 Mio. t soll die Produktion von Wintergerste in diesem Jahr nur noch 0,3 % kleiner ausfallen als die Ernte aus dem vorigen Jahr (8,96 Mio. t). Dabei sollen die Durchschnittserträge mit 72,2 dt/ha etwa 2,1 % höher sein wie 2016 mit etwa 70,7 dt/ha.

Die Anbaufläche von Wintergerste ist mit 1,238 Mio. ha rund 29.000 ha bzw. 2,3 % kleiner als im vorigen Jahr. Im vorigen Monat hatte der DRV die Wintergerstenernte auf 8,75 Mio. t geschätzt und damit wegen der etwas niedrigeren Erträge von 70,7 dt/ha rund 0,18 Mio. t kleiner. 

Die deutsche Produktion von Sommergerste erwartet der DRV jetzt bei  etwa 1,91 Mio. t und damit 7,9 %  bzw. 139.000 t größer als im vorigen Jahr mit nur 1,77 Mio. t. Dabei erwartet der DRV aktuell die Durchschnittserträge bei etwa 54,2 dt/ha und damit 3,4 % höher als 2016 mit etwa 52,4 dt/ha.

Hier geht's zu unserer Erntekarte Gerste.

Roggenernte jetzt knapp über 3,0 Mio. t

Eine Maisernte von 3,85 Mio. t erwartet der DRV im Juli. Im Jahr 2016 wurden immerhin 4,0 Mio. t  Mais geerntet. In seiner aktuellen Prognose geht der DRV von einer Maisfläche von etwa 0,392 Mio. ha (-5,7 %) aus.

Die Erträge erwartet der DRV jetzt etwas höher als im Vorjahr. Nach der aktuellen Schätzung sollen die Durchschnittserträge bei 98,1 dt/ha liegen und damit 1,7 % höher sein wie 2016 mit 96,5 dt/ha.

Bei Roggen ist die Anbaufläche 2017 mit 0,538 Mio. ha um 5,7 % kleiner als 2016 (0,571 Mio. ha). Gleichzeitig werden die Durchschnitterträge mit 56,3 dt/ha etwa 1,3 % höher als im Vorjahr mit 55,6 dt/ha erwartet.

Die Produktion geht deshalb anbaubedingt um 4,4 % auf 3,03 Mio. t zurück und ist damit 0,141 Mio. t kleiner als im vorigen Jahr (3,19 Mio. t).

Eine 16,1 % größere Produktion als im vorigen Jahr erwartet der DRV mit 0,622 Mio. t beim Hafer. Bei Triticale gehen die Analysten des DRV von einer 6,5 % größeren Erntemenge gegenüber 2016 von etwa 2,55 Mio. t aus.

DRV: Rapsernte nicht verändert, jedoch größer als 2016

Die deutsche Rapsernte erwartet der DRV jetzt bei etwa 4,78 Mio. t und damit 4,6 % bzw. 2,08 Mio. t größer als im vorigen Jahr mit nur 4,57 Mio. t. Im vorigen Monat hatte der DRV die Rapsernte auf 4,79 Mio. t geschätzt und damit ähnlich groß.

Dabei erwartet der DRV die Durchschnittserträge bei etwa 36,6 dt/ha und damit 5,8 % höher als 2016 mit etwa 34,6 dt/ha und zudem ähnlich hoch wie bei der vorigen Prognose mit 36,6 dt/ha. Die Anbaufläche gibt der DRV weiterhin mit 1,307 Mio. ha an. Im Vergleich zum vorigen Jahr mit 1,323 Mio. ha wäre die Anbaufläche rund 1,2 % bzw. 16.000 ha kleiner.

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