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Vegetationsbeginn

Düngebedarfsermittlung: Worauf vor der ersten Düngung achten?

Erste Gabe Düngung
am Dienstag, 08.03.2022 - 08:44 (Jetzt kommentieren)

Aktuell läuft die erste Düngegabe an, wo es die Böden zulassen. Welche Fristen gelten für Düngebedarfsermittlung und Bodenproben?

Wo möglich und noch nicht erfolgt, sollten Sie Ihre Bestände jetzt andüngen. Man sieht den Kulturen an, dass sie wachsen wollen, aber die Nährstoffe nicht im benötigten Umfang zur Verfügung stehen. Kühle Böden und ein Luftmangel im Boden nach dem vielen Regen bremsen die Nährstofffreisetzung aus.

Die Wintergerste zeichnet mancherorts deshalb gelb, der Raps lila. Mit steigenden Temperaturen und einer erfolgten Düngung werden sich diese Mangelsymptome wieder verwachsen.

Wann müssen Sie die Düngebedarfsermittlung durchführen?

Die Düngeverordnung schreibt vor, schon vor der ersten Düngung eine Düngebedarfsermittlung für jeden Schlag/jede Bewirtschaftungseinheit für Stickstoff und Phosphat durchzuführen. Das gilt auch für Grünland!

Wo Winterraps oder Wintergerste schon im Herbst angedüngt wurden, sind diese Gaben auf den im Frühjahr ermittelten Düngebedarf anzurechnen.

Alle wie viel Jahre müssen Sie Bodenuntersuchungen für N und P durchführen?

Um den Düngebedarf zu ermitteln, benötigen Sie die Bodenuntersuchungen für Nmin und P. Für Phosphat müssen Sie die Untersuchungen auf Acker und Grünland für alle Schläge größer als 1 ha verpflichtend alle 6 Jahre durchführen.

Sind die vorliegenden Bodenuntersuchungsergebnisse (P, K, Mg) also aus dem Kalenderjahr 2016 oder älter, muss zwingend eine Grundbodenuntersuchung durchgeführt werden.

Um den im Boden verfügbaren Stickstoff zu ermitteln, können entweder amtliche Vergleichswerte oder eigene jährliche Nmin-Bodenuntersuchungen verwendet werden. Die N-Ermittlung ist für alle Schläge durchzuführen, und zwar unabhängig der Größe/Bewirtschaftungseinheiten. Ausgenommen sind Grünlandflächen und Flächen mit mehrschnittigem Feldfutterbau.

Welche Auflagen für Düngung gelten in Wasserschutzgebieten?

Besondere Aufmerksamkeit ist in wassersensiblen Regionen nötig, sagt Thomas Kielmann, Pflanzenschutzberater am Landwirtschaftsamt in Göppingen: „Sollten Flächen in Wasserschutz-Problemgebieten liegen, ist zu den Kulturen Mais und Kartoffeln zwingend eine eigene Nmin-Beprobung durchzuführen.

Ebenso muss nach den Vorfrüchten Kartoffeln, Leguminosen, Winterraps sowie bei mehrjähriger Stilllegung der Nmin-Wert mittels eigener Analysen ermittelt werden. Immer durchzuführen ist eine eigene Analyse in Problemgebieten, wenn Ihr Betrieb über 1,4 GV/ha hat.“

Bis wann muss die Düngung aufgezeichnet werden?

Achtung: Die durchgeführten Düngungsgaben müssen spätestens zwei Tage nach der Düngung aufgezeichnet sein.

Dafür müssen Sie die Gehalte an Gesamt-N, verfügbarem N/Ammonium-N und Gesamt-Phosphat der eingesetzten Dünger kennen. Dabei helfen die Kennzeichnungen, eigene Analysen oder amtliche Richtwerte, beispielsweise aus dem Merkblatt zur Düngeverordnung. Bringen Sie Gärreste aus, ist eine eigene Analyse verpflichtend.

Besonders wichtig: Bei der Düngung muss, wie auch beim Pflanzenschutz, auf die gesetzlichen Gewässerabstände je nach Hangneigung geachtet werden.

Bis 31. März müssen Sie die Düngung vom Vorjahr aufsummieren!

Dieses Jahr muss erstmals eine Aufsummierung für das vergangene Düngejahr erfolgen, also jetzt für das Jahr 2021. Das muss bis 31. März passieren.

Hierzu summieren Sie die Ergebnisse der Düngebedarfsermittlungen für Stickstoff und Phosphat zu einer betrieblichen Gesamtsumme. Ebenso rechnen Sie die aufgezeichneten Düngermengen für Stickstoff und Phosphat zusammen.

Mit Material von Thomas Kielmann, Landwirtschaftsamt Göppingen

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