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Ernteausfälle

Dürre & DüV: Verluste einrechnen bei Nährstoffbilanz und Düngebedarf

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Karl Bockholt, agrarheute
am
07.08.2018

In vielen Regionen sind die Erträge bei Raps, Getreide und Grünland wegen der Dürre katastrophal. Was heißt das für den Nährstoffvergleich 2018 und für die Düngebedarfsermittlung 2019? Wir sagen, wie Sie rechnen müssen.

Niedersachsen hat einen Erlass herausgegeben, wie Ernteausfälle im Nährstoffvergleich und bei der Ermittlung des Düngebedarfs im Frühjahr 2019 berücksichtigt werden können. Er geht davon aus, dass in weiten Teilen des Landes das Ertragsniveau bei Raps, Getreide und Grünland um mehr als 20 Prozent unter dem der Vorjahre liegt.

Für Ausnahmejahre sieht die Düngeverordnung nämlich vor, dass für den Nährstoffvergleich die Ernteausfälle beim Berechnen der N- und P2O5-Kontrollwerte berücksichtigt werden können. Das geht aber nur dann, wenn die Erträge im Einzeljahr mindestens um 20 Prozent unter den 3-jährigen Durchschnittserträgen liegen.

So die Verluste bei weniger Ertrag richtig berechnen

Im Nährstoffvergleich 2018 lassen sich die Ernteausfälle in drei Schritten berücksichtigen:

1. Zunächst ist der Minderertrag im Vergleich zum 3-jährigen Durchschnittsertrag festzuhalten. Der muss im Zweifel plausibel belegt werden. Im Nährstoffvergleich werden die niedrigen, tatsächlich geernteten Mengen richtig eingetragen.

2. Liegen die Verluste mehr als 20 Prozent unter den 3-jährigen Erträgen, werden sie mit den N- und P2O5 Gehalten im Erntegut multipliziert. Dafür gibt es Richtwerte. So ergeben sich die N- und P2O5-Verluste je ha.

3. Dieser Wert wird mit der Anbaufläche multipliziert. Das ergibt den Wert für die N- und P2O5-Verluste wegen der Dürre.

Die Berechnung am Beispiel

Beispiel: Betrieb Muster, 20 ha Raps, 40 ha Weizen, 40 ha Wintergerste, Stroh bleibt auf dem Feld. Die Rapsfläche (20 ha) ist mit der Ertragsdifferenz (20 dt/ha) und dem N-Gehalt im Erntegut (3,35 kg N/dt) zu multiplizieren, um die N-Verluste beim Raps (1.340 kg N/Betrieb) zu ermitteln.

Fruchtart                                     Einheit     Winterraps    C-Weizen    Gerste 13 % RP    Summe

Anbaufläche                                 ha                   20                40                40                         100

Erträge 3-jährige 2015-2017      dt/ha              40                80                70

Erträge 2018                                 dt/ha              20                50                30

Ertragsdifferenz                           dt/ha              20                30                40

N-Gehalt Erntegut                        kg N/dt          3,35             1,81             1,79

P2O5-Gehalt Erntegut                 kg P2O5/dt   1,80              0,80             0,80

N-Verluste 2018 wegen Dürre    kg N              1.340            2.172           2.864                   6.376

P2O5-Verluste 2018                    kg P2O5        720               960             1.280                    2.960

Im Nährstoffvergleich für 2018 können im Beispielbetrieb Muster wegen der Dürreschäden Verluste von insgesamt 6.376 kg N und 2.960 kg P2O5 angerechnet werden.

So den Düngebedarf im Frühjahr 2019 ermitteln

Weicht das Ertragsniveau 2018 um mehr als 20 Prozent von dem 2017 ab, lässt sich statt des Werts 2018 das Ertragsniveau 2017 heranziehen, um den 3-jährigen Durchschnittsertrag zu berechnen und die Ertragsdifferenz bei der Düngebedarfsermittlung zu ermitteln. Die Mindererträge sind ebenso wie beim Nährstoffvergleich plausibel zu belegen.

Mit Material von Lwk Niedersachsen

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