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Getreide

Dürre gefährdet Erntepotential Spaniens

von , am
06.03.2012

Anhaltende Trockenheit in Spanien beeinträchtigt das Produktionspotential von Getreide. Bleiben die Niederschläge weiterhin aus, wird es zu erheblichen Ernteausfällen kommen.

© Verena N./pixelio
Nicht nur Argentinien und Brasilien müssen wegen fehlender Niederschläge empfindliche Ertragseinbußen bei Soja und Mais verkraften. Auch in Spanien drückt ein wachsendes Niederschlagsdefizit auf das Erntepotenzial. In den von der Trockenheit betroffen Provinzen Kastilien-Leon, Kastilien-La Mancha, Aragon und Andalusien werden 80 Prozent des spanischen Getreides erzeugt. 
 
Zuletzt fehlte den Böden je nach Region zwischen 30 und 50 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge. Hinzu kommt, dass in den Gebirgen in diesem Jahr sehr wenig Schnee liegt, und damit im Frühjahr kaum mit zusätzlichen Wassermengen zu rechnen ist.

Das Frühjahr ist entscheidend

Entscheiden wird sich die Entwicklung im Frühjahr. Ohne weitere Niederschläge ist eine ähnlich schwache Ernte wie in 2009 und ein wachsender Importbedarf zu erwarten. 
Außerdem wird es zu weiteren Verschiebungen zwischen den Getreidearten und Kulturen kommen. Allerdings hat es 2007/08 nach einem ähnlich trockenem Winter noch ein regenreiches Frühjahr gegeben und die spanische Ernte fiel noch relativ gut aus. 

Auf Getreide-Import angewiesen

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Auch in der Vergangenheit hat es in Spanien immer wieder trockenheitsbedingte Produktionsschwankungen gegeben. So war die Gesamternte bei Getreide im Trockenjahr 2009 rund 25 Prozent niedriger als 2011. Besonders stark schwanken Erträge und Produktion bei Gerste und Winterweizen.
 
Spanien kann sich mit seiner Produktion ohnehin nicht selbst versorgen und importiert sowohl aus EU-Ländern als auch aus Drittländern insgesamt zwischen 11 und 15 Millionen Getreide. In diesem Jahr kamen 200.000 Tonnen Futterweizen aus den USA nach Spanien, nachdem die Importe aus Russland wegen der kältebedingten logistischen Probleme kaum noch möglich waren.
 
 
 
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