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DBV-Erntebericht

Dürre: Weizen leidet stärker als Raps unter der Trockenheit

Die Wintergerste ist in vielen Landesteilen trotz der Trockenheit noch mit einem blauen Auge davongekommen. Der Weizen hat dagegen erheblich gelitten.
am Mittwoch, 20.07.2022 - 10:49 (1 Kommentar)

Der Winterweizen ist der große Verlierer der aktuellen Trockenheit. Das stellt der Deutsche Bauernverband (DBV) in seinem Erntebericht fest. Bei der Gerste und auch beim Raps sieht es besser aus.

Die Ernte läuft bundesweit auf Hochtouren. Die Wintergerste hat ihre Ertragsbildung auch in diesem Jahr in den meisten Regionen noch vor der anhaltenden Trockenheit abgeschlossen und ist mit einem blauen Auge davongekommen.

Der DBV rechnet nach Schätzungen seiner Landesbauernverbände mit im Schnitt 75 dt/ha Wintergerste. Das wäre sowohl über der Vorjahresernte von 72 dt/ha als auch über dem fünfjährigen Durchschnitt von 69 dt/ha.

Die deutschen Bäuerinnen und Bauern haben in den letzten Wochen rund 9 Mio. t Wintergerste gedroschen. Wie schneiden die Erträge in der Praxis ab? Das zeigt die Erntekarte 2022 von agrarheute.

Raps zufriedenstellend, beim Weizen leiden Ertrag und Qualität

In einigen Regionen ist die Rapsernte parallel zur Weizenernte angelaufen. Auch der Raps scheint noch glimpflich durch die vergangenen Monate gekommen zu sein, der DBV spricht von einem „bisher zufriedenstellenden Niveau.“ Zahlen liegen noch nicht vor.

Am stärksten haben die heißen Tage im Juni den Winterweizen getroffen. Mitten in der Kornfüllungsphase hat dem Weizen das Wasser gefehlt. Nach ersten Ernteberichten lassen sowohl Ertrag als auch Qualität zu wünschen übrig.

Tierhalter in Sorge: Grünland und Mais vertrocknen

Vor allem die Tierhalter machen sich aktuell Sorgen um die Futterversorgung. Die Trockenheit der zurückliegenden Wochen stellt in vielen Regionen den zweiten und dritten Schnitt infrage. Auch der Mais leidet unter den hohen Temperaturen. Eigentlich verträgt Mais als C4-Pflanze Hitze gut – aber nur solange es nicht gravierend an Wasser mangelt.

Die aktuell anhaltenden Hitzerekorde dieser Woche lassen für die Sommerungen und das Grünland weitere Verschärfungen erwarten.

Dürremonitor: 0 % pflanzenverfügbares Wasser

Rot bedeutet beim Dürremonitor Alarm: Auf 0 % steht das pflanzenverfügbare Wasser, also die nutzbare Feldkapazität (nFK) derzeit in weiten Teilen Deutschlands. Damit ist der Welkepunkt erreicht (Stand: 18. Juli 2022).

Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt den Verlauf von Trockenheit im Boden und das aktuell pflanzenverfügbare Wasser (nFK) dar.

Die aktuelle nFK-Karte vom 18. Juli steht für fast das gesamte Bundesgebiet auf rot: 0 % nFK ist der Welkepunkt.

Bereits ab hellorange, also unter 30 % leiden die Pflanzen unter Trockenstress. Für die Sommerungen bedeutet das keine gute Prognose, wenn nicht bald Regen fällt.

Mit Material von DBV, UFZ
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