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Trockenheit 2018

Nach dem Dürrejahr: Böden nun wieder ausreichend mit Wasser gesättigt?

AF-Acker-abtrocknend
am Donnerstag, 21.02.2019 - 07:59

Die hohen Niederschläge im Dezember und Januar haben zwar vielerorts für eine gewisse Entspannung gesorgt. Die Bodenwasservorräte sind aber noch nicht überall wieder aufgefüllt. Das zeigen aktuelle Wasserbilanzen.

Das Jahr 2018 war von extremer Dürre gekennzeichnet. Die monatelange Trockenheit führte zu Mindererträgen bei vielen Ackerkulturen. Der Regen im Dezember 2018 und Januar 2019 hat zwar Einiges gebracht. Allerdings sind die Bodenwasservorräte noch lange nicht überall wieder aufgefüllt. Das sagt Dr. Thomas Engels vom Rübenzüchter Strube D&S in Söllingen.

Wasserbilanz oft noch unausgeglichen

Die klimatische Wasserbilanz liegt in einem unterdurchschnittlichen Bereich im Vergleich zum langjährigen Mittel der Region. So wird es noch einige Zeit dauern, bis die Böden wieder ein ausgeglichenes Niveau erreichen. 

In den Regionen, die im vergangenen Jahr besonders stark von der Dürre betroffen waren, liegt die nutzbare Feldkapazität im Januar 20 bis 55 Prozent unter dem fünfjährigen Mittelwert. Dort müssen die Niederschläge der kommenden Wochen das Defizit noch wieder ausgleichen.

Reichte der Regen zum Jahreswechsel?

Um diese Frage zu beantworten, errechnete Strube D&S die klimatische Wasserbilanz für etliche Standorte mit Proberodungen für Rüben. Die klimatische Wasserbilanz (mm) ergibt sich aus dem gefallenen Regen minus potentieller Verdunstung durch Pflanzen und Bodenoberfläche. Negative Werte zeigen ein Defizit im Bodenwasservorrat. Das heißt, die Verdunstungsrate ist höher als der Niederschlag.

Betrachtet man die monatlichen klimatischen Wasserbilanzen 2018, so sieht man, dass sie ab April auf allen Proberodungsstandorten immer negativ ausfielen.

  • Region Querfurt, Dachsen-Anhalt, und Region Wetterau, Hessen: Bis zum Ende des Jahres summierten sich die Defizite auf 607 mm in der Region Querfurt oder 549 mm in der Region Wetterau. Die Standorte bleiben jedoch auch langjährig im defizitären Bereich. 
  • Region Straubing, Bayern: Und selbst das niederbayerische Straubing als südlichster Rodungsstandort erreichte Ende Dezember ein Minus von 326 mm in der Jahressumme.
  • Region Söllingen, Niedersachsen, Region Jülich, Nordrhein-Westfalen: Im fünfjährigen Mittel erreichen die Standorte Straubing mit einem Defizit von 35 mm, Söllingen 5 mm und Jülich im Rheinland 43 mm eine annähernd ausgeglichene Wasserbilanz zum Ende des Jahres 2018.

Verglichen mit dem Zeitraum von 2013 bis 2017, sticht das Jahr 2018 durch seine stark negativen Jahressummen auf allen Standorten deutlich hervor.

Was zeigt die klimatische Wasserbilanz im 5-jährigen Mittel?

Wasserbilanz-2018

Über die Jahre verzeichnet man eine Abnahme der mittleren jährlichen klimatischen Wasserbilanz vom Norden, Nordseeküste, bis in den Südosten, Thüringen, um rund 300 mm. 

Im östlichen Harzvorland kommt es zu den größten jährlichen Defiziten: Das Minus schwankt zwischen 100 bis zu 400 mm in extrem niederschlagsarmen Jahren.

Im Betrachtungszeitraum von 1961 bis 1990 fiel die Jahresbilanz nur in 30 bis 50 Prozent der Jahre positiv aus laut Deutschem Wetterdienst und Bundesanstalt für Gewässerkunde.

Nutzbare Feldkapazität zeigt aktuelle Lage

Die nutzbare Feldkapazität (nFK %) zeigt die momentane Situation in den Böden an. Sie benennt den Wasservorrat eines Bodens, der für die Pflanze verwertbar ist. 

Ende Januar 2019 liegt der Standort Querfurt bei 56 % nFK. Alle anderen Standorte bewegen sich zwischen 79 und 107 % nutzbarer Feldkapazität. Im Januar 2019 liegen die Standorte 

  • Söllingen (Braunschweig) 27 Prozent unter und
  • Wetterau (Bad Nauheim) 21 Prozent unter dem 5-jährigen Januar-Mittelwert der nFK..
  • Querfurt erreicht nur 55 Prozent des Mittelwerts.
  • Standorte wie Ochsenfurt, Straubing und das Rheinland liegen im Januar 2019 auf dem langjährigen Niveau.
     
Mit Material von Dr. Thomas Engels, Strube D&S
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