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Z-Saatgut

Eigener Nachbau von Getreide: So hoch ist der Saatgutwechsel aktuell

Z-Saatgut: Frühzeitig die Sortenfavoriten sichern
am Montag, 22.08.2022 - 06:00 (1 Kommentar)

Der Saatgutwechsel bei Getreide lag 2021/22 über alle Arten hinweg bei 59 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. Etwas höher liegt der Anteil mit 61 Prozent bei Sommergetreide. agrarheute fasst die aktuellen Zahlen zusammen.

Über alle Getreidearten lag der Saatgutwechsel zuletzt bei 59 Prozent. Das berichtet der Getreidefonds Z-Saatgut (GFZS). Im Vorjahr wurde er mit 60 Prozent angegeben.

Auffällig ist der Anstieg der Anbaufläche von Sommergerste und Sommerweizen. Bei Sommergetreide erreichte der Saatgutwechsel im Durchschnitt 61 Prozent, im Vorjahr waren es noch 64 Prozent. Die Zahlenwerte liegen seit Jahren auf insgesamt recht stabilem Niveau.

Im Wirtschaftsjahr 2021/22 gab es folgenden Wechsel bei Getreidesaatgut (in Klammern im Vergleich zum Vorjahr in Prozent) und Veränderung der Anbaufläche zum Vorjahr in Prozent:

  • Winterweizen: 52 % (52) bei plus 0,9 %,
  • Wintergerste: 65 % (63) bei minus 2,0 %,
  • Roggen: 88 % (87) bei minus 6,4 % ,
  • Triticale: 79 % (89) bei minus 0,9 %,
  • Sommergerste: 57 % (63) bei plus 24,3 % ,
  • Sommerweizen: 82 % (86) bei plus 69,7 % ,
  • Hafer: 65 % (60) bei minus 9,5 % Anbaufläche.

Bei Weizen ist Dinkel, Einkorn und Hartweizen inbegriffen; bei Roggen kein Grünschnittroggen und die Anbaufläche zur Ganzpflanzenernte nicht eingerechnet; bei Triticale, Roggen und Hafer sind Winter- und Sommerformen gezählt.

Eigener Nachbau: Bei Getreide liegt er derzeit bei rund 41 Prozent

Dennis-Hehnen-gfs

Nach den aktuellen Zahlen lag der eigene Nachbau über alle Getreidearten zuletzt demnach bei 41 Prozent. Viele Anbauer haben aber verstanden, dass es sich lohne, Z-Saat zu kaufen, sagt Dr. Dennis Hehnen, Geschäftsführer beim Getreidefonds Z-Saatgut (GFZS). Das sichere nicht nur den züchterischen Fortschritt, sondern auch geprüfte Qualität.

Zufrieden geben sich die Züchter mit diesem Wert nicht. „Wir sehen hier auf jeden Fall noch ein großes Steigerungspotenzial“, so Hehnen. Er ist optimistisch, dass der Einsatz von Z-Saatgut in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnt.

Der Einsatz von Z-Saat lege nicht nur die Basis für gute Erträge, er könne auch zum Schutz vor Krankheiten wie Flugbrand beitragen. Gerade deshalb sei es wichtig, gesundes Saatgut zu säen. Die Vermehrungsbestände für Z-Saat werden genau auf Krankheitsbefall geprüft.

Alle Zahlen zum Z-Saatgutwechsel bei Getreide 2021/22 finden Sie hier

Z-Saatgut: Verfügbare Sorten früh bestellen

Insgesamt verzeichnete die Saatgutbranche zuletzt eine Absatzsteigerung bei Z-Saat über alle Getreidearten von 3,2 Prozent oder 165.982 dt.

Um diese Mengen rechtzeitig verteilen zu können, brauche es eine gut organisierte Logistik und frühzeitige Bestellung der Saatware, sagt Hehnen. Er appelliert an alle Landwirte, sich früh mit den verfügbaren Sorten zu beschäftigen und diese beim Händler des Vertrauens zu erwerben.

 

Weiterer Vorteil von Z-Saat: Im Zweifel helfe ein Reklamationsmanagement. Das gebe eine Sicherheit, die es mit eigenem Nachbau nicht gebe. Weiter nehme gesundes, keimfähiges Saatgut wegen des Wegfalls wichtiger Beiz- und Pflanzenschutzmittel eine immer wichtigere Rolle ein. Das gelte nicht zuletz wegen des Klimawandels und der oft widrigen Umwelteinflüsse.

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