Login
Getreide

Ernte 2013: Was kommt auf den Acker?

von , am
31.01.2013

Bad Kreuznach - Derzeit laufen in der rheinland-pfälzischen Landwirtschaft die Anbauplanungen für das Erntejahr 2013. Erwartet wird, dass die Anbauflächen für Sommergerste wieder zurückgehen.

Um Infektionen der Gerstenkeimlinge zu vermeiden, rät das Informationssystem ISIP zu einer späten Aussaat. © Mühlhausen/landpixel
Noch liegt die Winterruhe über den Äckern der Rheinland-Pfalz, doch die Planungen für die Aussaat des kommenden Frühjahrs sind in vollem Gange. 402.000 Hektar Ackerflächen stehen im Land zur Verfügung. Rund 245.000 Hektar sind nach Ermittlungen der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz bereits mit Wintergetreide (Weizen, Gerste, Roggen Triticale) und Raps eingesät. Gut 52.000 Hektar werden Zuckerrüben, Kartoffeln und Ackerfutter belegen. Was auf den verbleibenden etwa 25 Prozent der Ackerfläche in diesem Frühjahr gesät und im Sommer geerntet wird, darüber entscheiden die Notwendigkeit der Fruchtfolge und die Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Frucht.

Maisanbau weitet sich aus

Flächenstärkstes Sommergetreide war auch im vergangenen Jahr die Sommergerste, mit landesweit 50.200 Hektar. Den unerwarteten Aufschwung verdankte die noch vor zwanzig Jahren mit nahezu 100.000 Hektar dominierende, aber in den letzten Jahren auf dem Rückzug befindliche Sommergerste (2010: 41.000 Hektar) allein den extremen Frösten der ersten Februarhälfte 2012. Damals hatten Temperaturen um minus 15 Grad Celcius und das Fehlen einer dämmenden Schneedecke große Flächen mit Wintergetreide erfrieren lassen, so dass häufig umgepflügt und mit Sommergetreide nachgesät werden musste. So unterbrach ein Wetterphänomen die bis dahin negative Flächenentwicklung.
Doch die Braugerste hat Konkurrenz bekommen. 2012 setzte der Maisanbau mit 45.000 Hektar und plus 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr seinen Aufstieg fort. Da auch die Anbauflächen sämtlicher Wintergetreidearten im vergangenen Herbst insgesamt um fast 25.000 Hektar zunahmen (allein Winterweizen mit einem Plus von 15.200 Hektar (plus 12,3 Prozent), wird erwartet, dass die Sommergerstenflächen für das Erntejahr 2013 wieder deutlich kleiner ausfallen werden, sofern es nicht wieder zu massiven Frostschäden kommt.

Renditeerwartung als Kriterium

Die Frage, was 2013 auf den Acker kommt, beantwortet zunächst das Gebot der Fruchtfolge. Das entscheidende wirtschaftliche Kriterium ist die Renditeerwartung. Demnach dürfte der Maisanteil auf den rheinland-pfälzischen Äckern, der sich in den letzten zwanzig Jahren mehr als verdoppelte, weiter zunehmen. Der überwiegend als Viehfutter und als Kraftstoff für Biogasanlagen verwendete Mais verspricht den höchsten erzielbaren Erlös aus dem Einsatz von Land und Arbeit und nach Abzug aller aufzuwendenden Kosten.
Dieser sogenannte Deckungsbeitrag liegt 2013 nach Berechnungen der Kammer für Mais zwischen 700,00 Euro je Hektar (Körnermais) und 675,00 Euro je Hektar (Silomais) und damit deutlich über den Deckungsbeiträgen von Sommergerste (412,00 Euro), Sommerweizen (495,00 Euro) und Soja (430,00 Euro). Eine Dominanz der Kulturlandschaft durch Mais droht wegen der Einhaltung einer gesunden Fruchtfolge allerdings nicht. Das zunehmende Auftreten des Maiswurzelbohrers, eines aus Amerika eingeschleppten Schädlings, führt eher dazu, dass Mais nur alle drei Jahre auf demselben Feld angebaut wird.

agrarheute.com unterwegs: Maisaussaat in den USA

Auch interessant