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Erntebilanz

Ernte in Brandenburg: Landwirten fehlen 45 Millionen Euro Erlös

Ernte von Raps mit Mähdrescher
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Anke Fritz, agrarheute
am
23.08.2017

Nachdem gestern eine unterdurchschnittliche Ernte für Deutschland verkündet wurde, berichtet Brandenburg von der dritten entäuschenden Ernte in Folge. Die Einbußen sind groß.

Brandenburgs Landwirte fahren die dritte enttäuschende Ernte hintereinander ein: Zwar stehen witterungsbedingt noch bis zu 15 Prozent der Kulturen auf dem Halm, aber schon jetzt ist klar,  dass auch 2017 leider nicht als bestes Erntejahr in Erinnerung bleiben wird.

Betrachtet man den gesamten Getreide- und Rapsbereich, haben die Brandenburger Bauern aller Voraussicht nach rund 45 Millionen Euro weniger Erlös in ihren Taschen als 2016. „Und das war schon ein schweres Jahr für uns Landwirte“, sagt Landesbauernpräsident Henrik Wendorff.

Ertrag Winterweizen: 62,1 Dezitonnen

"In den vergangenen Wochen hatten wir die paradoxe Situation, dass hauptsächlich der Süden Brandenburgs durch ausbleibende Frühjahrsniederschläge äußerst geringe Erträge zu verzeichnen hatte, während der Norden des Landes recht gute Ergebnisse erwarten, aber wegen der überfluteten, durchnässten Felder die Ackerkulturen nicht ernten konnte." Wenn man sich die in Brandenburg erfassten Erträge anschaut, liegen die meisten Druschkulturen unterhalb des Fünf-Jahres-Schnitts.

Wurden beispielsweise von 2012 bis 2016 durchschnittlich 68,5 Dezitonnen je Hektar Winterweizen geerntet, schlagen 2017 aller Voraussicht nach nur noch 62,1 Dezitonnen zu Buche. Lediglich Hafer und Sommergerste liegen leicht oberhalb der Durchschnittsmarke.

Feuchtigkeit macht aus Brot- Futtergetreide

Eine andere Schwierigkeit betrifft die Qualitäten: „Durch die anhaltende Feuchtigkeit kann viel von unserem Getreide nicht mehr für Brot vermarktet werden“, sagt Henrik Wendorff. „Das heißt, wir können es nur noch als Futtergetreide verkaufen – was sich natürlich spürbar auf die Preise auswirkt, die man uns zahlt.“

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