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Getreide

Vor der Ernte: Herbizide nur im Notfall einsetzen

von , am
09.07.2015

Getreide- und Rapsbestände reifen aufgrund der momentanen Hitze und Trockenheit sehr ungleich ab. Regional sind einige Flächen mit Unkrautdurchwuchs belastet. In Notfällen können Herbizide eingesetzt werden.

Im Notfall dürfen jetzt noch Herbizide zur Ernteerleichterung eingesetzt werden. © Mühlhausen/landpixel
Ein bis zwei Wochen vor der Getreideernte besteht in Notfällen die Möglichkeit, Herbizide zur Ernteerleichterung einzusetzen. Die Durchführung einer solchen Maßnahme muss schon im Vorfeld gut überlegt werden. Sie sollte laut Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion (ISIP) erst vorgenommen werden, wenn eine Überprüfung alternativer Möglichkeiten erfolgt ist. Dazu zählen beispielsweise das Abwarten der Reife, das vollständige Abtrocknen der Bestände im Freiland, Reinigungs- und Trocknungsmaßnahmen nach der Ernte sowie die Konservierung von Futtergetreide mit Propionsäure.

Achtung bei Einsatz von Glyphosat

Spätanwendungen mitGlyphosat-Mitteln sind in Getreide nur auf Teilflächen erlaubt, auf denen aufgrund von Unkrautdurchwuchs in lagernden Beständen bzw. Zwiewuchs in lagernden oder stehenden Beständen eine Beerntung sonst nicht möglich wäre. Je nach Mittel sind Wartezeiten von 7 bzw. 14 Tagen einzuhalten. Im Bedarfsfall wird geraten, die amtliche Beratung anzufordern. n Saat- und Braugetreide, sowie Raps zur Saatguterzeugung, dürfen Glyphosat-Mittel nicht vor der Ernte zur Anwendung kommen.

Hohe Durchfahrtverluste im Raps

Eine Behandlung im Raps ab Entwicklungstadium 85: (50 Prozent der Samen/Schoten ausgereift, Samen trocken und hart, in der Regel bei mehr als 2/3 hellbrauner bis dunkelbrauner Körner) wird wegen der hohen Durchfahrtverluste nur empfohlen, wenn aufgrund des Unkrautbesatzes eine Ernte nicht möglich ist.
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