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Erntebericht 2017: Die Ergebnisse im Überblick

Strohballen, Quaderballen, Stoppelfeld, Acker
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Anke Fritz, agrarheute
am
25.08.2017

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat heute seinen Erntebericht vorgestellt. Die deutsche Getreideernte wird einschließlich Körnermais insgesamt rund 45,3 Millionen Tonnen erreichen.

Ungünstige Witterungsbedingungen prägen die Ernteergebnisse des Jahres 2017. Markantestes Ereignis waren die Spätfröste im April, die im Obst- und Weinbau zu Ernteeinbußen führen, aber auch die Feldfrüchte in ihrer Entwicklung beeinträchtigten. Daneben wirkte sich die regional und zeitlich extrem unausgewogene Niederschlagsverteilung nachteilig auf die Erntemengen und -Qualitäten bei wichtigen Kulturen aus.

Getreideernte liegt knapp unter dem Vorjahr

Die deutsche Getreideernte wird einschließlich Körnermais insgesamt rund 45,3 Millionen Tonnen erreichen und damit knapp unter der Vorjahresmenge (45,4 Millionen Tonnen) wie auch unter dem mehrjährigen Mittel (- 3,4 Prozent) liegen. Dies ist das vorläufige Ergebnis der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE)“ auf der Basis von repräsentativen Ertragsmessungen.

Ergebnis Weizenernte

Weizen ist in Deutschland die wichtigste Getreideart: Insgesamt beläuft sich die Erntemenge auf 24,5 Millionen Tonnen; dies entspricht in etwa dem Vorjahreswert. Davon entfallen 24,1 Millionen Tonnen auf Winterweizen, der – abgesehen von Körnermais – das höchste Ertragspotenzial unter den Getreidearten aufweist.

Die Hektarerträge beim Winterweizen schwanken regional sehr stark in Abhängigkeit von der Wasserversorgung in der Kornfüllungsphase. Im Bundesdurchschnitt werden wie im Vorjahr 77 Dezitonnen erreicht und damit das mehrjährige Mittel um 1,8 Prozent verfehlt.

Ernteergebnis Roggen

Der Roggenanbau wurde wie schon in den Vorjahren weiter eingeschränkt und lag zur Ernte 2017 um 17,8 Prozent unter dem mehrjährigen Mittel. Auch die bislang gemeldeten Hektarerträge fallen mit 50,1 Dezitonnen sehr niedrig aus. Somit ergibt sich eine  Roggenernte von nur noch 2,70 Millionen Tonnen; dies wäre die niedrigste Erntemenge seit 2011.

Zur Vermahlung als Brotgetreide werden in Deutschland rund 800.000 Tonnen Roggen benötigt. Die übrigen Mengen werden exportiert oder anderweitig verwendet, u. a. als Futtermittel.

Ernteergebnis Wintergerste

Im Vergleich zu anderen Getreidearten schneidet die Wintergerste in diesem Jahr am besten ab, da sie wegen ihrer frühen Abreife zu einem großen Teil vor Beginn des wechselhaften Wetters abgeerntet werden konnte. Die Hektarerträge fallen mit 73,3 Dezitonnen um 5,4 Prozent besser aus als im mehrjährigen Durchschnitt. Die Erntemenge liegt mit 9,0 Millionen Tonnen um 0,5 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres und um 7,6 % über dem mehrjährigen Mittel.

Sommergerste mit guten Hektarerträgen

Unter den Sommerungen stellt die Sommergerste die wichtigste Getreidekultur dar. Bei stabiler Anbaufläche wurde mit 1,91 Millionen Tonnen eine deutlich höhere Sommergerstenernte als im Vorjahr (+ 7,9 Prozent) eingebracht. Dies ist eine Folge der recht guten Hektarerträge von im Schnitt 56,2 Dezitonnen.

Mit Material von BMEL
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