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Getreide

Erntestart: DBV kalkuliert mit 47 Millionen Tonnen Getreide

von , am
30.06.2015

Die Frühjahrstrockenheit in weiten Teilen Deutschlands schmälert die Ernteerwartungen. Trotzdem geht der Deutsche Bauernverband von einer Getreideernte auf dem Niveau des langjährigen Mittels aus.

DBV-Präsident Joachim Rukwied (l.) stellte heute in Hessen die Ernteerwartungen des Verbandes vor. © DBV
"Die in diesen Tagen beginnende Getreideernte lässt nur noch durchschnittliche Erntemengen erwarten. In den Frühjahrsmonaten hat in vielen Regionen eine ausgeprägte Trockenheit geherrscht, die keine Spitzenerträge zugelassen hat", sagt DBV-Präsident Joachim Rukwied bei einem Pressegespräch anlässlich des Beginns der Getreideernte.
 
Gemeinsam mit Friedhelm Schneider, Präsident des Hessischen Bauernverbandes, stellte Rukwied im hessischen Riedstadt-Leeheim die Erwartungen der deutschen Bauern an die diesjährige Getreide- und Rapsernte vor.

DBV rechnet mit rund 47 Millionen Tonnen Getreide

Die aktuellen Ertragsschätzungen aus den Landesbauernverbänden lassen laut DBV eine Getreideernte von gut 47 Millionen Tonnen erwarten. Damit würde die Getreideernte 2015 dem Mittelwert der Jahre 2009 bis 2014 in Höhe von 46,8 Millionen Tonnen entsprechen, das Vorjahresergebnis von 52 Millionen Tonnen jedoch um elf Prozent verfehlen. "Die Getreideanbaufläche ist mit 6,6 Millionen Hektar etwas größer als im Vorjahr. Wir gehen aber davon aus, dass das durchschnittliche Ertragsniveau bei weitem nicht an die Rekorderträge des Jahres 2014 heranreichen wird", erklärt der Bauernpräsident.

Die Kulturen im Überblick

Wintergerste: In den von der Trockenheit im Frühjahr betroffenen Regionen gibt es teils erhebliche Schäden. Daher erwartet der DBV hier Einbrüche bei Ertrag und Ernteergebnis im zweistelligen Prozentbereich.
 
Winterweizen: Die Ertragserwartungen sind regional sehr unterschiedlich. Während in der Mitte Deutschlands und in den östlichen Bundesländern auch beim Weizen Trockenschäden festzustellen sind, liegen die Ertragserwartungen in anderen Regionen (Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, südliches Baden-Württemberg) dank der besseren Wasserversorgung nur fünf bis zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau.
 
Winterraps: Beim Winterraps addieren sich nach Einschätzung des DBV ein deutlicher Rückgang der Anbaufläche und niedrigere Erträge. Hier rechnet der Bauernverband mit einer um etwa 20 Prozent niedrigeren Ernte. Ursächlich hierfür sei nicht nur die Trockenheit, sondern auch der fehlende insektizide Beizschutz. Ein ohnehin hoher Schädlingsdruck im vergangenen Herbst habe in Verbindung mit der seit Jahren erstmals nicht eingesetzten neonicotinoiden Beizung zu Schädigungen des Wurzelwerkes der jungen Rapspflanzen durch Larvenfraß geführt.
 
Körnerleguminosen: Eine erstaunliche Entwicklung mit Blick auf die Anbauflächen zur Ernte 2015 haben laut DBV Erbsen und Ackerbohnen durchlaufen. Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik und das Greening hätten dazu geführt, dass sich die Anbauflächen von Erbsen und Ackerbohnen verdoppelt haben. Schwerpunktregionen für den Anbau dieser Körnerleguminosen sind neben den östlichen Bundesländern Bayern und Niedersachsen.  
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