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Getreide

EU: Getreideernte um bis zu 6,5% geringer als im Vorjahr

© Anna Janzen/aboutpixel.de
von , am
07.04.2015

Jüngste Prognosen gehen von einer geringeren Getreideernte in der Europäischen Union für dieses Jahr aus. Der stärkste Einbruch mit rund 10 Prozent wird für Körnermais erwartet.

© Grace Winter/pixelio.de
Die Getreideernte der Europäischen Union dürfte hinter dem Rekordergebnis des Vorjahres zurückbleiben. Das bestätigen die jüngsten Prognosen sowohl der Europäischen Kommission als auch des EU-Dachverbandes der Getreidehändler (COCERAL).
 
Die Brüsseler Behörde veranschlagt in ihren Berechnungen von Ende März für 2015/16 ein EU-Gesamtaufkommen von 312,6 Millionen Tonnen Getreide, das wären 5,2% weniger als 2014/15.
  • Allein die Weichweizenerzeugung dürfte um 4,8% auf 142,2 Millionen Tonnen zurückgehen.
  • Einen besonders starken Einbruch um 10,5 % erwartet die Kommission bei Körnermais. Voraussichtlich können noch 68,3 Millionen Tonnen von den Feldern geholt werden.
  • Vergleichsweise moderat dürfte der Rückgang für Gerste ausfallen: Das Aufkommen wird voraussichtlich 60,1 Millionen Tonnen betragen, also lediglich 0,8 % weniger als 2014/15.
  • Die Roggenernte soll mit 8,6 Millionen Tonnen um 3,8 % kleiner ausfallen als im Vorjahr.

Prognose von COCERAL

COCERAL wiederum geht in der EU-28 von einer Getreideernte in Höhe von 302,5 Millionen Tonnen aus, das wären 6,5 % weniger als 2014/15.
  • Dabei beläuft sich die Prognose für Weichweizen auf 138,6 Millionen Tonnen, das wäre ein Rückgang um ebenfalls 6,5%.
  • Der Getreidehandel rechnet mit einer Körnermaisproduktion von 66,0 Millionen Tonnen, diese Menge wäre 10,5 % geringer als im Vorjahr.
  • Das Gersteaufkommen sieht COCERAL bei 58,4 Millionen Tonnen und damit um 3,0 % kleiner als 2014/15.
  • Die Roggenproduktion dürfte um 2,1 % auf 8,8 Millionen Tonnen zurückgehen.

Deutlich weniger Ölsaaten

Daneben erwartet COCERAL einen deutlichen Ausfall in der Ölsaatenerzeugung, und zwar um 8,9% auf 31,6 Millionen Tonnen. Dies ist vor allem auf eine Verringerung der Rapsproduktion um 10,2 % auf 21,6 Millionen Tonnen zurückzuführen. COCERAL verschlagt dabei eine Verringerung des durchschnittlichen Hektarertrages von 36,0 dt/ha auf 33,2 dt/ha. In Deutschland soll der Ertrag von 44,9 dt/ha im vergangenen Jahr auf 40,5 dt/ha zurückgehen.
 
Die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) hatten bereits vor einigen Wochen vor negativen Auswirkungen des Verbots zur Beizung von Rapssaatgut mit Neonikotinoiden gewarnt. 

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