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Getreide

EU-Weizenexporte 20 Prozent unter dem Vorjahr

von , am
21.09.2015

Insgesamt haben die Europäer laut Marktexperte Dr. Olaf Zinke in diesem Wirtschaftsjahr rund 4,22 Millionen Tonnen Weizen in Drittländer verkauft. Das sind rund 20 Prozent weniger als im letzten Jahr.

Aktuell hinkt der EU-Weizenexport dem Vorjahr hinterher. © Marvin Siefke/pixelio
Der weltweit größte Weizenimporteur Ägypten hatte am Freitag 230.000 t Weizen aus Russland, der Ukraine und erstmals in diesem Wirtschaftsjahr auch aus Frankreich gekauft. Der durchschnittliche Einkaufpreis der Ägypter einschließlich Frachtkosten lag lediglich bei 191 USD/t (168 Euro/t), schreibt Marktexperte Dr. Olaf Zinke vom agrarmanager.
 
Die europäischen Weizenexporte in Drittländer lagen nach Meldungen der Kommission in der letzten Woche bei 525.000 t und hatten gegenüber der Vorwoche (354.000 t) wieder angezogen. Insgesamt haben die Europäer in diesem Wirtschaftsjahr rund 4,22 Mio. t Weizen in Drittländer verkauft und damit 1,08 Mio. t bzw. 20 % weniger als im vorigen Jahr zu diesem Termin.
 
Gestützt wurden die Weizenpreise am Ende der vorigen Woche durch Meldungen über anhaltende Trockenheit in Südrussland und entsprechend ungünstige Bedingungen der Russen bei Aussaat von Winterweizen für die Ernte 2016.

Prognose für Weizen und Mais korrigiert

Am Ende der vorigen Woche hat das europäische Analystenhaus Strategie Grains die aktuelle europäische Weizenernte (Weichweizen und Durum) noch einmal kräftig um 3,6 Mio. t auf 155,2 Mio. t (Weichweizen: 147,5 Mio. t) nach oben geschätzt. Strategie Grains liegt damit jetzt am oberen Ende aller Analystenschätzungen und verfehlt mit dieser Prognose nur noch knapp das Rekordergebnis des Vorjahres von 149,3 Mio. t Weichweizen.
Das USDA hatte die Gesamt-Ernte letzte Woche auf 154,1 Mio. t geschätzt, die Kommission sah die Gesamternte zuletzt bei 148,6 Mio. t (140,7 Mio. t Weichweizen) - wird aber wohl auch weiter nach oben korrigieren.
 
Die europäische Maisernte hat Strategie Grains indessen auf 57,4 Mio. t nach unten korrigiert und liegt damit am unteren Ende aller Prognosen. Die Kommission ging zuletzt von 58,7 Mio. t Mais aus (nach der Rekordernte von 77,8 Mio. t im Vorjahr), das USDA von 58,0 Mio. t.
 
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