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Getreide

EU: Zweitgrößte Weizenernte überhaupt erwartet

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von , am
30.07.2013

Brüssel - Die Erwartungen an die europäische Weizenernte wachsen. Die EU-Kommission hat - wie mehrere wichtige Analystenhäuser - ihre jüngste Ertragsprognose nach oben gesetzt.

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Die EU-Kommission hat Ende Juli ihre Erwartungen an die neue europäische Weizenernte ein weiteres Mal deutlich nach oben geschraubt.
 
Damit stehen die EU-Analysten allerdings nicht allein da. Zuvor hatten bereits andere wichtige europäische Analystenhäuser wie Strategie Grains und Töpfer International ihre Prognosen für die europäische Weichweizenernte nach oben korrigiert.
 
Inwieweit die aktuelle Hitzewelle in Deutschland und Frankreich am Ende doch noch für eine Korrektur nach unten sorgt ist nicht sicher. Die Weizenpreise haben auch vor dem Hintergrund der hohen Ernteerwartungen am EU-Markt nachgegebenen und sind am Terminmarkt unter die Marke von 190 Euro gefallen obwohl der Export der Europäer überraschend gut läuft.

Größere Weizenernte nur 2008

Die neue Schätzung der EU-Kommission zur europäischen Weichweizenernte drei Millionen Tonnen (Mio. t.) höher bei 131,7 Mio. t. Sollte sich die neue Kommissions-Prognose bestätigen, steht die größte Weizenernte seit dem bisherigen Rekordjahr 2008 (139,4 Mio. t) bevor.

Deutsche Ernte nach oben gesetzt

Ihre Produktionsschätzung für Deutschland hat die Kommission deutlich um 1,1 Mio. t auf 24 Mio. t nach oben gesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr wäre die Produktion damit 1,8 Mio. t größer.
Für unsere polnischen Nachbarn haben die Analysten der Kommission die Ernteprognose ein weiteres Mal nach oben gesetzt. Für Frankreich schätzte die Kommission Ende Juli die Weichweizenernte auf 35,9 Mio. t.

Bessere Prognose für das Vereinigte Königreich

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Für das Vereinigte Königreich hat die Kommission die weiterhin schwache Ernte ebenfalls nach oben korrigiert. Anstelle 12,2 Mio. t Weichweizen (Juni) erwarten die EU-Experten jetzt 12,7 Mio. t. Andere Analysten halten weiterhin eine Ernte von weniger als zwölf Millionen Tonnen für möglich.
 
Ebenfalls besser als vor vier Wochen sind die Prognosen für Ungarn und Rumänien. Nach oben ging es auch mit der Produktion von Litauen. Die Ernteerwartung für Tschechien ließ die Kommission fast unverändert. Kaum verändert hat die Kommission zudem die Ernten für Dänemark und Österreich.

Noch Luft bei den Exporten

Den europäischen Export von Weichweizen (ohne Durum) erwartet die Kommission für die neue Saison unverändert bei 16,9 Mio. t. Damit wären die erwarteten Exporte im laufenden Wirtschaftsjahr trotz größerer Ernte rund 2,6 Mio. t kleiner als im zurückliegenden Wirtschaftsjahr. Das USDA teilt diese Meinung allerdings nicht und hat die erwartete EU-Ausfuhr zuletzt auf 20 Mio. t nach oben geschraubt.

Landwirte verfüttern mehr Weizen

Den Inlandsverbrauch von Weichweizen in der EU veranschlagt die EU-Kommission in ihrer Juli- Schätzungen im aktuellen Wirtschaftsjahr 2013/14 auf 113,4 Mio. t. Im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um knapp fünf Prozent. Zunehmen soll nach Einschätzung der Kommission vor allem der Verbrauch von Futterweizen. Die europäischen Tierhalter sollen 2013/14 gut neun Prozent mehr Weizen verfüttern.

Die vollständige Meldung finden Sie in unserem Marktkompass ...

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