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Getreide

Europa: Ausweitung des Weizenanbaus

© Cruelboy/fotolia
von , am
14.12.2012

Das Analystenhaus Strategie Grains schätzt die Anbaufläche für die neue Winterweizenernte in der Europäischen Union auf Rekordniveau. Auch für Deutschland wird ein Produktionsanstieg erwartet.

An der Matif landete der Weizen knapp unter der 180 Euro-Marke. © HB1111/aboutpixel.de
Die Anbaufläche von Winterweizen in der Europäischen Union für die neue Ernte 2013 erreicht nach den Schätzungen des Analystenhauses Strategie Grains einen neuen Rekordstand. Bei durchschnittlichen Erträgen könnte die europäische Weichweizenproduktion damit auf den höchsten Stand seit der bisherigen Rekordernte 2008 klettern. Bis zur Ernte 2013 sehen Analysten eine sehr starke Nachfrage vom Weltmarkt und deshalb für die nächsten Monate hohe bzw. wieder steigende Weizenpreise.

Anbaufläche erreicht Rekordstand

Die Anbaufläche von Winterweizen für die nächste Ernte wird nach den derzeitigen Schätzungen von Strategie Grains um 4,8 % (Prozent) auf 23,9 (Millionen Hektar) Mio. ha anwachsen. Dies wäre die größte in der EU 27 jemals mit Winterweizen bestellte Fläche.
 
 Bei durchschnittlichen Erträgen erwarten die Analysten eine Zunahme der Produktion im Vergleich zum schwachen aktuellen Jahr von 9,2 % bzw. 11,3 Millionen Tonnen (Mio.t) auf 134,2 Mio. t. Das wäre die größte Weizenernte seit der bisherigen Rekordernte 2008 (139,4 Mio. t). Im laufenden Jahr war die Produktion wegen der Auswinterungsverluste in Westeuropa, der Trockenheit in Südeuropa und der Nässe im Norden des Kontinents um knapp sechs Millionen Tonnen auf 122,9 Mio. t abgesackt.

Kräftiger Produktionszuwachs in Deutschland

Globaler Weizenpreisindex (Exportpreise)
Einen kräftigen Produktionszuwachs erwartet Strategie Grains auch für Deutschland. Nach der vergleichsweise schwachen Ernte durch die Auswinterung im laufenden Jahr, soll die deutsche Produktion 2013 um zwei Millionen Tonnen größer ausfallen. Weitere deutliche Produktionszuwächse erwartet Strategie Grains auch für andere von der Auswinterung des letzten Jahres betroffenen Ländern wie Polen (+1,5 Mio. t) und Dänemark (+0,9 Mio. t).
Auch für Frankreich rechnen die Analysten mit einer Ausweitung der Anbaufläche auf ein Rekordhoch. Bei der Prognose wurden die witterungsbedingten Probleme bei der Herbst-Aussaat in Großbritannien, Nordfrankreich und Skandinavien bereits berücksichtigt.

Exportpotential ist ausgeschöpft

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Für das laufende Wirtschaftsjahr hat Strategie Grains die Weizenexporte der Europäischen Union um 1,1 Mio. t auf 18,8 Mio. t nach oben gesetzt und liegt damit relativ über der aktuellen Prognose des USDA (18 Mio. t). Die fehlenden Exportmöglichkeiten der Schwarzmeerländer im zweiten Teil des Wirtschaftsjahres und die sehr schwache Ernte in Argentinien werden nach dieser Einschätzung die Nachfrage und die Weltmarktpreise antreiben.
 
Am Weltmarkt sieht Strategie Grains einen weiteren Preisanstieg und erst mit der neuen Ernte 2013 und dem größeren Angebot könnten die Preise dann nachgeben. Bis dahin bleibt das Angebot jedoch knapp und die EU hat nach Meinung der Analysten ihr aktuelles Exportpotential ausgeschöpft.
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