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Getreide

Europa: Dauerregen schädigt Winterkulturen

von , am
27.02.2014

In einigen Regionen Europas hat es im Januar und im Februar so viel geregnet wie seit 40 Jahren nicht mehr. Die britischen Inseln, Italien, Nordspanien und Westfrankreich sind besonders betroffen.

Heute ist gebietsweise mit starken Schauern zu rechnen. © Anton Dr. Prestele/pixelio
Vom Regenfall besonders stark betroffen war der Westen und Süden der britischen Inseln sowie Norditalien. Dort stehen große Flächen unter Wasser und die Folgen für die Winterkulturen sind noch nicht abzusehen. In einigen Regionen sind in wenigen Wochen mehr als 200 mm Regen gefallen. Aber auch andere Regionen Europas mit starken Regenfällen, Überschwemmungen und Hochwasser zu kämpfen. So meldete die Crop-Monitoring-Agentur der EU-Kommission (MARS) auch vom Nordwesten der iberischen Halbinsel (Spanien) teilweise extreme Niederschläge.
 
Betroffen sind außerdem auch einige Regionen in Westfrankreich, in Zentralitalien und in Kroatien. MARS erwartet insbesondere in den länger überschwemmten Gebieten Folgen für die Winterkulturen. Bislang sind die Auswirkungen auf die Produktion der einzelnen Länder jedoch noch relativ begrenzt.
 

Gefahr von Krankheiten und Nährstoffausspülung

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Auf der iberischen Halbinsel sind zudem vor allem Weideflächen und nur wenige Ackerbaugebiete von dem Starkregen betroffen. Dort werden die Folgen sogar überwiegend positiv gesehen. Allerdings nimmt auch die die Gefahr von Krankheiten, von Sauerstoffmangel bei den Winterkulturen (Asphyxia) und Nährstoffausspülung durch Dauerregen und Überschwemmungen zu. Regional kann es deshalb nach Einschätzung von Mars durchaus zum Umbruch und zur Nachsaat mit Sommerkulturen kommen.
 

In Deutschland zu trocken, kaum Auswinterung

In Teilen Deutschlands, Tschechiens, Österreichs, Ungarns sowie der Ukraine und dem Norden Skandinaviens lagen die Niederschläge im Januar und im Februar hingegen 30 bis 50 Prozent unter den langjährigen Mittelwerten. Auswinterungsschäden gibt es in Europa in diesem Jahr bislang fast nicht.
 
Fast überall war das Wetter ungewöhnlich warm. Lediglich in Südrussland, an der Wolga sowie in der Zentralukraine könnte es regional nach starken Frösten bei zu geringer Schneebedeckung zu Schäden an den Winterkulturen gekommen sein.
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