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Getreide

Europäischer Weizen gewinnt Auktion

© Rainer Sturm
von , am
16.01.2012

Die Wettbewerbsfähigkeit von europäischem Weizen am Weltmarkt nimmt weiter zu. Bei der letzten Auktion des weltweit größten Weizenimporteurs Ägypten setzten sich die französischen Angebote erneut gegenüber der Konkurrenz durch.

Der Internationale Getreiderat setzte sowohl die globale Weizenernte als auch die weltweiten Weizenbeständen auf neue Rekordwerte nach oben. © Mühlhausen/landpixel
Zum zweiten Mal innerhalb von acht Tagen erhielten die Exporteure von französischem Weizen damit den Zuschlag. In den sechs Monaten zuvor hatten fast ausschließlich russische und zuletzt ukrainische und argentinische Anbieter die Preise bestimmt. In den letzten Wochen brachte die drastische Euroabwertung jedoch eine spürbare Verbesserung der europäischen Wettbewerbsposition.

Französischer Weizen am günstigsten

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Die staatliche ägyptische Importbehörde GASC kaufte letzten Freitag (13.01.) insgesamt 180.000 Tonnen (t) Weizen aus Frankreich sowie weitere 60.000 t Weizen aus Russland zur Lieferung in der ersten Märzhälfte. Dabei lag der Preis (ohne Fracht) für eine Lieferung von 60.000 französischem Weizen bei 258,87 USD/t (205 Euro) und für eine zweite Charge von 60.000 t bei 260,72 (205,50 Euro) USD/t. Die 60.000 t russischen Weizen wurden für 266 USD/t (210 USD/t) eingekauft.
 
Damit waren die französischen Angebote deutlich günstiger als die Lieferung aus Russland. Von dort war zuletzt zu hören, dass die verfügbare Ware über immer weitere Strecken zu den Häfen und Verladestellen transportiert werden muss und so auch immer teurer wird.
 
Preise in Argentinien kräftig gestiegen
 
Ein Angebot aus Argentinien lag bei dieser Auktion nicht vor. Die Trockenheit in Südamerika hatte auch zu einem deutlich Anstieg der argentinischen Weizenpreise geführt. Nachdem die Preise an den argentinischen Exporthäfen Anfang Dezember noch bei 215 USD/t lagen, koste der Weizen dort Ende letzter Woche (ohne Fracht) bereits 250 USD/t. Das ist trotz der guten argentinischen Weizenernte von 14,5 Millionen Tonnen ein Preisanstieg von 35 USD bzw. 16 Prozent.
 
Deutscher Brotweizen für den Export kostete am 13. Januar in Hamburg je nach Frachtgröße zwischen 208 (263 USD) und 218 Euro/t (275 USD).
 
Wöchentliche aktuelle Informationen zum Weizenmarkt und den Preisen finden sie und der Rubrik Marktfrüchte unter dlz-online. 

Zunahme des weltweiten Weizenanbaus für 2012/13 erwartet

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