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dlz-Interview

Experte zum Mähdrusch: Das sind die größten Fehler

Mähdrescher von John Deere
Thomas Göggerle, dlz agrarmagazin
am
29.06.2017

Der Niederländer Nico Huizing schult Mähdrescherfahrer auf der ganzen Welt. Wir haben mit ihm gesprochen, was die größten Fehler in der Ernte sind und wie man sie abstellt.

Wie gut sind die Mähdrescher in Europa eingestellt?

Huizing: Eine allgemeine Aussage zu treffen, ist schwierig. Manche Mähdrescher sind perfekt eingestellt, manche katastrophal. Ich denke, die meisten sind passabel eingestellt. Wie gut ein Mähdrescher arbeitet, hängt viel vom Fahrer und seinen Erfahrungen ab. Außerdem spielt es eine Rolle, welche Ziele ich habe. Soll die Maschine so viel Fläche wie möglich schaffen oder ist die Drusch­qualität am wichtigsten? Da gibt es Unterschiede zwischen den Zielen von Lohnunternehmern und Landwirten.

Fahrer oder Maschine? Wer hat den größeren Einfluss?

Nico Huizing


Huizing: Alles beginnt bereits mit der Wartung vor Beginn der Ernte. Sind alle Verschleißteile ausgetauscht? Stimmen die angezeigten Werte auf dem Monitor mit der Einstellungsposition an der Maschine überein? Der Fahrer hat auf alles Einfluss und muss verstehen, wie ein Mähdrescher arbeitet. Das bedeutet, er muss wissen, was sich verändert, wenn er an einer Stellschraube dreht.
 

Was sind die größten Fehler, die Mähdrescherfahrer während der Ernte machen?


Huizing: Wir müssen zwischen Schüttlermaschinen und Rotormaschinen unterscheiden. Mähdrescher mit einem Rotor müssen gut mit Erntegut gefüttert werden, um gute Arbeit zu leisten. Wir sehen häufig den Fehler, dass Fahrer die Geschwindigkeit reduzieren, um die Kornverluste zu verringern, oder dass sie den Korbabstand zum Rotor verringern, was nur zu noch schlechteren Ergebnissen führt.

Bei Schüttlermähdreschern ist es wichtig, erst einmal auf das Schneidwerk zu schauen. Es muss den Mähdrescher gleichmäßig beschicken. Das beginnt bei der richtigen Einstellung des Freiraums der Einzugsschnecke und den richtigen Schneckenflügeln, die für eine gleichmäßige Belastung sorgen.

Außerdem treffen wir häufig falsch kalibrierte Anzeigen an. Der Monitor in der Kabine zeigt eine Position an, die nicht realistisch ist. Wenn das Terminal anzeigt, dass der Korb­abstand auf 0 steht, dann sollte er auch wirklich auf 0 stehen. Überprüfen Sie das, bevor Sie in die Saison starten. Viele Fahrer trauen sich nicht, den Wind der Turbinen auszunutzen. Sie fürchten, dass sie das Erntegut auspusten. In Wirklichkeit ist der Wind im Mähdrescher sehr wichtig für die Kapazität der Reinigung. Mein Tipp: Haben Sie keine Angst, den Wind zu verstärken und dann die Verluste zu messen. So wissen Sie, was Sie tun.

Wo liegen die größten Verbesserungsmöglichkeiten beim Mädrusch?

Huizing: Um Mähdrescher zu optimieren, sollten Sie immer vier Bereiche betrachten: Alles, was in der Überkehr ist, sagt sehr viel über die Reinigung und das Dreschen aus. Die Strohqualität nach dem Dreschen ist ein Maß dafür, ob Sie das Erntegut überdreschen oder zu wenig behandeln. Messen Sie die Verluste hinter der Maschine. Setzen Sie sich ein Limit für die Verluste, die für Sie noch akzeptabel sind. Messen Sie mit einer Prüfschale, um korrekte Verlustwerte zu bekommen. Schauen Sie in den Korntank und halten Sie Ausschau nach Bruchkorn. Passen Sie den Dreschvorgang darauf an.

Das Wichtigste am Einstellen ist, dass Sie an einer Stellschraube nach der anderen drehen und nach jeder Änderung das Ergebnis prüfen. Nehmen Sie sich Zeit und gehen Sie Schritt für Schritt vor.

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