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Getreidemarkt

Expertenmeinung: 'Kurssprünge beim Mais möglich'

Maisfeld
Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
07.07.2017

Derzeit blickt alles auf die Preisexplosion beim Weizenpreis, doch auch der Maispreis bietet Potential für Preissteigerungen.

Jochen Geiger, Beiselen GmbH

Aufgrund der Trockenheit haben die Weizenkurse vor allem in den USA wahre Kurssprünge vollzogen. "Amerika heizt Europa ein", zog Jochen Geiger, Beiselen GmbH ein Zwischenfazit. Allerdings hält er den Kursauftrieb für übertrieben. "Sobald Regenfälle in den USA gemeldet sind, wird sich der Markt wieder beruhigen", war sich Geiger auf der Getreidetagung des Verbandes der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft sowie der LfL Bayern sicher.

Als Begründung führt Geiger an, dass der weltweite Weizenmarkt selbst bei kleineren Ernteeinbußen noch gut versorgt sei. Sie liege der Anteil des Bestandes am weltweiten Verbrauch (stock to use ratio) in dieser Saison bei rund 35 Prozent. Das sei weit von der kritischen Marke von 20 bis 25 Prozent. "Erst in dieser Größenordnung sind in der Vergangenheit große und längerhaltende Kurssprünge passiert", zeigte Geiger dar.

 

Auf Mais aufpassen

Ganz anders sehe die Lage am Maismarkt aus. Nach aktuellen Prognosen ist für 2017/2018 ein Anteil des Bestandes am weltweiten Maisverbrauch von nur 17 Prozent zu erwarten. "Die kritische Schwelle für größere Kursschwankungen betrage 12 bis 17 Prozent", analysiert Geiger. Derzeit gebe es schon Meldungen aus den USA, dass sich die Trockenheit auch auf die klassischen US-Maisgebiete (corn belt) ausbreiten könne.

"Sollte dies der Fall sein, muss man bei Mais mit größeren Kurssprüngen rechnen", prognostizierte der Agrarhändler. Zudem seien Mischfutterhersteller derzeit dabei ihre Rezepturen zu überarbeiten und Futterweizen durch den günstigeren Mais zu ersetzen. Geschieht dies in einem größeren Ausmaß, wird die Maisnachfrage steigen und die Versorgungslage noch knapper.

 

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