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Getreide

Exportauktion: Russische Weizenpreise steigen kräftig

von , am
14.09.2012

Bei der gestrigen Exportauktion kauften die Ägypter erneut 235.000 Tonnen Weizen. Die Preise haben weiter zugelegt. Erstmals ist französicher Weizen günstiger als die Ware aus Russland.

In der letzten Woche konnte der Weizen an den euopäischen Märkten zulegen. © Mühlhausen/landpixel
Ägypten kauft derzeit am Weltmarkt Weizen als ob es bald keinen mehr gäbe. Im Fall Russlands könnte dies durchaus zutreffen, auch wenn die Schwarzmeerländer bislang weiter liefern. Bei der gestrigen Exportauktion kauften die Ägypter erneut 235.000 Tonnen (t) Weizen aus Russland, der Ukraine und Frankreich. Innerhalb von zwei Wochen orderten das nordafrikanische Land damit mehr als eine Million Tonnen Weizen.
 
 
Die Auktionspreise haben weiter zugelegt und französischer Weizen war erstmals günstiger als die Ware aus Russland.

Russische Preise kräftig gestiegen

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Gekauft hat die staatliche Einkaufbehörde des weltweit größten Weizenimporteurs Ägypten zweimal 60.000 t Weizen aus Russland, zu Preisen von 350,11 US-Dollar pro Tonne (USD/t) und 350,25 USD/t. Damit sind die russischen Preise im Vergleich zu letzten Auktion um sechs US-Dollar pro Tonne und im Vergleich zur letzten Woche sogar um fast 25 USD/t gestiegen.
 
 
Die Frachtkosten lagen bei 0,85 USD/t. Das USDA schätzt die Exportmöglichkeiten angesichts einer russischen Weizenernte von 39 Mio. t auf 8 Mio. t. Bei dem jetzigen Exporttempo (zwei Mio. t/Monat) wären die Ausfuhrmöglichkeiten Ende Oktober erschöpft

Frankreich ist Preisführer

Günstigster Anbieter war bei dieser Auktion Frankreich. Ägypten kaufte 60.000 t französischen Weizen zu 347 USD/t. Damit war die französische Ware ebenso teuer wie bei der letzten Auktion. Die französischen Frachtkosten waren mit 13,90 USD/t etwas höher als die Russlands. Deutlich teuer als bei der letzten Auktion hat die Ukraine 55.000 t Weizen für 345,43 USD/t an Ägypten verkauft. Hier lag der Preisaufschlag zur letzten Handelsrunde bei acht US-Dollar pro Tonne.
Die Frachtkosten für die ukrainische Lieferung beliefen sich auf 15,67 USD/t.
 
 

Angebote aus den USA, Kanada und Rumänien

Neben den Angeboten aus Frankreich, Russland und der Ukraine, lagen außerdem auch Offerten aus den USA, Kanada, Rumänien und Serbien vor. Der US-Weizen (Soft Red Winter) wurde für 360,29 USD/t, bei Frachtkosten von 25,45 USD angeboten.
Kanadischer Weizen kostete 361,24 USD/t, bei Frachtkosten von 26,50 USD/t und für die Ware aus Rumänien und Serbien hätten die Ägypter 349,88 USD/t zahlen müssen.
 
Damit ist der Preisabstand des US-Weizens zu den Auktionsgewinnern mit rund zehn US-Dollar pro Tonne etwa gleich geblieben. Grund ist dass sich der US-Weizen im Vergleich zu letzten Auktion um rund fünf US-Dollar pro Tonne verteuert hat.
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