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Getreide

Exportauktion: Russland dominiert Exportgeschäft

© Mühlhausen/landpixel
von , am
07.09.2012

Auch bei der gestrigen Auktion der staatlichen ägyptischen Importbehörde GASC konnte Russland wieder dominieren und 300.000 Tonnen Weizen verkaufen. Aber der Preisvorsprung schrumpft allmählich.

In der letzten Woche konnte der Weizen an den euopäischen Märkten zulegen. © Mühlhausen/landpixel
Bei der Auktion der staatlichen ägyptischen Importbehörde GASC am 6. September dominierte erneut Russland das Geschäft. Von den insgesamt von der GASC gekauften 475.000 Tonnen (t) Weizen lieferten russische Anbieter allein 300.000 t. Weitere 120.000 t kamen aus Rumänien sowie 55.000 t aus der Ukraine. Die Preise sind im Vergleich zur letzten Auktion vor wenigen Tagen um rund zehn US-Dollar pro Tonne (USD/t) gestiegen.
 
 
Französischer Weizen war nur noch geringfügig teurer als die Ware vom Schwarzen Meer und US-Weizen wurde preisbedingt gar nicht mehr angeboten.

Russland bleibt Preisführer

Russlands anhaltende Dominanz an den internationalen Exportmärkten hat doch viele Beobachter überrascht. Mit insgesamt 300.000 t in fünf Partien zu jeweils 60.000 t entfallen rund zwei Drittel des bei dieser Auktion von Ägypten gekauften Weizens auf Russland.
 
Die Preise für die von der GASC georderte russische Ware lagen zwischen 327,45 USD/t und 330,64 USD/t, für den Lieferzeitraum 21. Bis 31. Oktober und bei 332,89 USD/t für den Termin 1. bis 10 November. Bei der letzten Auktion vor wenigen Tagen hatten die Russen ihren Weizen noch zu Preisen zwischen 321,41 USD/t und 323,28 USD/t verkauft und damit deutlich preiswerter. Die Frachtkosten für die russische Ware lagen zwischen 11,5 USD/t und 12 USD/t. Im laufenden Wirtschaftsjahr kaufte Ägypten insgesamt 1,25 Millionen Tonnen Weizen, davon 840.000 t oder zwei Drittel aus Russland.

Rumänien liefert mehr als die Ukraine

Zweiter Sieger bei dieser Auktion war mit Rumänien ein weiterer Schwarzmeeranrainer. Das EU-Mitgliedsland hatte bereits bei den letzten drei Auktionen Weizen verkaufen können und erhielt bei dieser Handelsrunde für zwei Lieferungen von jeweils 60.000 t einen Zuschlag.
 
Der Preis für die rumänischen Weizen lag zwischen 333 USD/t und 336,33 USD/ und war damit zehn bis 15 USD/t teurer als die russische Lieferungen. Bei der letzten Auktion hat rumänischer Weizen noch knapp 325 USD/t gekostet und war damit deutlich billiger. Die Frachtkosten für die rumänischen Lieferungen lagen bei 11,25 USD/t. Seit Juli hat Rumänien jetzt 240.000 t Weizen nach Ägypten verkauft.
 

Ukraine mit Problemen

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Ebenfalls einen Lieferzuschlag über 55.000 t hat die Ukraine erhalten. Der ukrainische Weizen wurde für 229,51 USD/t abgegeben und hat sich damit gegenüber der letzten Auktion um rund 8 USD/t verteuert. Die Frachtkosten für den ukrainischen Weizen betrugen 13,40 USD/t. Seit Juli hat die Ukraine rund 170.000 t Weizen nach Ägypten verkauft und damit 30 Prozent (%) weniger als Rumänien. Offenbar ist das für den Export verfügbare Angebot kleiner als gedacht, wie die jüngsten ukrainischen Maßnahmen zur mengenmäßigen Ausfuhrbegrenzung zeigen.

Frankreich bald mit dabei?

Keinen Zuschlag erhalten hat der ebenfalls auf der Auktion angebotene Weizen aus Frankreich. Hier lagen die Preisvorstellungen zwischen 334,84 und 341,63 USD/t und damit gar nicht mehr so weit von der Konkurrenz vom Schwarzen Meer entfernt. Die meisten Analysten gehen mittlerweile von einem baldigen Zuschlag für französischen Weizen aus, denn sowohl Russland als auch die Ukraine dürfte immer weniger Weizen für den Export zur Verfügung haben. Zudem dürften sich die Preise wegen der zunehmenden Knappheit am Schwarzem Meer immer weiter annähern.

Kein Angebot aus den USA

Aus den USA lag dieser Handelsrunde erstmals seit Juli kein Angebot vor. Bei der letzten Auktion vor wenigen Tagen war die Ware aus Übersee (SRW) noch gut 40 USD/ t teurer (365 USD) als russischer Weizen. Dieser Preisabstand hat sich offensichtlich kaum verändert, so dass die Chancen für US-Lieferungen derzeit gegen Null tendieren.
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