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Getreide

Exportauktion: Russland gibt Preisführerschaft ab

von , am
27.09.2012

Bei der Auktion des weltweit größten Weizenimporteurs Ägypten, war nun die russische Ware am teuersten. Das beste Angebot kam nun aus Frankreich.

© Mühlhausen/landpixel
Russland verliert seine Position als Preisführer am Weizenmarkt. Bei der aktuellen Auktion des weltweit größten Weizenimporteurs Ägypten am 26. September war der noch angebotene russische Weizen am teuersten. Den Zuschlag erhielten Frankreich und Rumänien, für die Lieferung von zusammen 300.000 Tonnen (t) Weizen zu Preisen von 347 bis 350 US-Dollar pro Tonne (USD/t). Russlands einziges Angebot hätte mit 372 USD/ hingegen gut 20 USD/t mehr gekostet als die Ware der Auktionsgewinner.

Jetzt ist Frankreich Preisführer

Die ägyptische Importbehörde GASC kaufte bei dieser Auktion 60.000 t Weizen aus Frankreich für 346,93 USD/t und weitere 120.000 t für 347,36 USD/t. Außerdem lagen noch eine Reihe weiterer französischer Offerten zu Preisen zwischen 348 und knapp 355 USD/t vor. Bei der Auktion vor 14 Tagen hatte Frankreich 60.000 t Weizen für 347 USD/t verkauft. Die derzeitigen Transportkosten für den französischen Weizen wurden je nach Verladehafen und Verkäufer mit 13,87 bis 15,25 USD/t angegeben.

Rumänien wieder mit dabei

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Ebenfalls einen Zuschlag über die Lieferung von 60.000 t Weizen erhielt Rumänien. Rumänischen Weizen war mit 349,93 USD/t nur geringfügig teurer als die Ware aus Frankreich. Weitere Offerten aus Rumänien wurden zu Preisen zwischen knapp 350 und 350,88 USD/t gemacht. Bei der letzten Auktion hätte rumänischer Weizen 349,88 USD gekostet und damit etwa so viel wie heute. Die Transportkosten vom rumänischen Schwarzmeerhafen Constanza lagen je nach Verkäufer zwischen 11,48 und 11,90 USD/t.

Amerikaner günstiger als die Russen

Angeboten wurde bei dieser Auktion auch Weizen (SRW) aus den USA. Zwar erhielten die Amerikaner keinen Zuschlag, jedoch kostet der Weizen aus Amerika mit 356 bis 359,54 deutlich weniger als der Weizen aus Russland. Bei der letzten Auktion vor 14 Tagen lagen die US-Angebote knapp über 360 USD/t. Die Transportkosten für den US-Weizen lagen zwischen 23,17 und 24,17 USD/t und waren damit am höchsten.

Weltmarktpreise wenig verändert

Im Vergleich zur letzten Auktion vom 14. September sind die Auktionspreise erstmals seit langem leicht zurückgegangen. Damals hatte die Russen 120.000 t Weizen für gut 350 USD/t verkauft und damit rund drei USD/t über dem heutigen Siegerpreis. Gleichzeitig war das russische Angebot heute jedoch 20 USD/t teurer als vor 14 Tagen und weist noch einmal eindrucksvoll auf den starken Preisanstieg am russischen Markt und die offensichtliche Knappheit hin. Am Anfang der Woche hatte die Russen allerdings 150.000 t Weizen für etwa 377 USD/t (fob) in den Irak verkauft.
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