Login
Getreide

Exportauktion: Russland liefert und liefert

© Rainer Sturm
von , am
04.09.2012

Russland hat sich bei der vierten Auktion des weltweit größten Weizenimporteurs Ägypten erneut als preiswertester Anbieter am Weltmarkt durchgesetzt - trotz massiver Gerüchte über Exportbeschränkungen.

© Mühlhausen/landpixel
Vor dem Wochenende hatte es massive Spekulation über Beschränkungen der russischen Weizenexporte gegeben. Weitere Zuschläge erhielten die beiden anderen Schwarzmeeranrainer Ukraine und Rumänien. Anbieter aus den USA gingen erneut leer aus, während aus Westeuropa diesmal keine Angebote vorlagen.
 
Insgesamt kaufte die staatliche ägyptische Importbehörde GASC bei dieser Auktion 365.000 Tonnen (t) Weizen zur Lieferung von 11. bis 20 Oktober.

Russland macht die Preise

Scheinbar unbeeindruckt von den immer weiter nach unten reduzierten Prognosen für die noch laufende russische Weizenernte, setzten sich russische Anbieter auch bei dieser Handelsrunde mit ihren Offerten durch.
 
Bei den Russen gekauft haben die Ägypter zweimal 60.0000 t Weizen für jeweils 321,41 US-Dollar je Tonne (USD/t) und weitere 60.000 t für 323,28 USD/t. Damit waren die russischen Angebote rund zwei USD/t teurer als bei der letzten Auktion vor einer Woche und knapp zehn Euro teurer als vor zwei Wochen. Neben den zugeschlagenen Angeboten lagen den Ägyptern zudem noch eine ganze Reihe weiterer russischer Offerten zwischen 327 und 333 USD/t vor.

Ukraine und Rumänien liefern auch

Neben den russischen Offerten gehörten auch ein Angebot aus der Ukraine sowie eine Partie Weizen aus Rumänien zu den Gewinnern der Ausschreibung. Die 65.000 t Weizen aus der Ukraine wechselten für 321,88 USD/t den Besitzer. Damit waren die Ukrainer fast ebenso günstig wie beiden preiswertesten russischen Offerten.
 
Die Lieferung aus Rumänien über 60.000 t Weizen erfolgt für 324,88 USD/t. Sowohl aus der Ukraine als auch aus Rumänien lagen bei dieser Handelsrunde noch weitere Angebot vor.

US-Weizen deutlich zu teuer

Deutlich teurer als die Anbieter von Schwarzen Meer waren die Offerte aus den USA. Der in der Auktion angebotene Weizen der Sorte "Soft Red Winter" kostete rund 363 USD/t und war damit fast 40 USD/t teurer als die Ware vom Schwarzen Meer.
 
Aus Frankreich oder anderen westeuropäischen Ländern gab es bei dieser Handelsrunde keine Offerte. Vor einer Woche hatte französischer Weizen 337 US/t gekostet und damit ebenfalls keine Chance, die Ausschreibung zu gewinnen.
 
Deutscher Brotweizen für den Export kostet derzeit an den Ostseehäfen zwischen 279 und 286 Euro/t (351-360 USD) und damit fast ebenso viel wie die Ware aus den USA.

Saudi-Arabien kauft Hartweizen

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Bei einer ebenfalls am Wochenende durchgeführten Importauktion Saudi-Arabiens über 575.000 t Hartweizen kamen jedoch auch westeuropäische Lieferanten (Frankreich) zum Zuge. Saudi-Arabische Einkäufer orderten Hartweizen mit einem Prototeingehalt von mindestens 12,5 Prozent aus der EU, aus Australien sowie aus Nord und Südamerika. Der Preis (cif) für zwischen Dezember und Februar zu liefernde Ware lag je nach Lieferhafen zwischen 368,73 und 374,49 USD/t.
 
Auch interessant