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Getreide

Exportauktion: Weizenpreise sind kräftig gestiegen

© Mühlhausen/landpixel
von , am
01.11.2012

Bei der gestrigen Exportauktion in Ägypten sind die Weizenpreise kräftig gestiegen. Überraschend war der Lieferzuschlag über 120.000 Tonnen für Russland.

Der Internationale Getreiderat setzte sowohl die globale Weizenernte als auch die weltweiten Weizenbeständen auf neue Rekordwerte nach oben. © Mühlhausen/landpixel
Frankreich, Russland und Rumänien erhielten bei der ersten Exportauktion in Ägypten seit drei Wochen einen Lieferzuschlag. Im Vergleich zur letzten Auktion Anfang Oktober sind die Preise kräftig gestiegen. Am billigsten war der Weizen aus Frankreich, am meisten überraschte der Lieferzuschlag für den Weizen aus Russland. Der Schwarzmeeranrainer war bei den letzten Auktionen wegen der zu hohen Preisangebote jeweils leer ausgegangen.

Russland wieder im Geschäft

Die ägyptische Importbehörde GASC kaufte bei der Auktion am Mittwoch 300.000 Tonnen Weizen. Als Lieferzeitraum für diese Ware wurde der 21. bis 31. Dezember vereinbart. Am günstigsten war bei dieser Handelsrunde französischer Weizen, von dem zwei Partien von jeweils 60.000 Tonnen (t) zu 353,61 US-Dollar pro Tonne (USD/t) übernommen wurde.
 
Für die meisten Beobachter völlig überraschend, erhielt jedoch auch Russland für die Lieferung von 120.000 t Weizen zu 355,61 USD/t einen Zuschlag. Damit war russischer Weizen nicht sehr viel teurer als die Ware aus Frankreich. Weitere 60.000 t Weizen kaufte die GASC aus Rumänien zum Preis von 355,88 USD/t. Die Frachtkosten für die Ware aus Russland lagen bei knapp 11 USD/t, für den Weizen aus Rumänien bei 10,75 USD und für den französischen Weizen bei 13,88 USD/t.

Preise um zehn bis 20 US-Dollar pro Tonne gestiegen

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Bei der letzten Auktion Anfang Oktober hatte noch Weizen aus Argentinien am wenigsten gekostet. Damals war der argentinische Weizen zu 333,68 USD/t angekauft worden. Außerdem orderte die GASC Anfang Oktober 180.000 t französischen Weizen zu Preisen zwischen 342,5 und 345,30 USD/t und damit rund 10 USD/ günstiger als bei der aktuellen Auktion. Der argentinische Weizen hatte vor drei Wochen sogar noch 20 USD/t weniger gekostet als das günstigste Angebot bei der heutigen Auktion. Der kräftige Anstieg der Exportpreise erklärt auch die Rückkehr Russlands in den Kreis Wettbewerber.

US-Weizen mit zu hohen Transportkosten

Neben den zugeschlagenen Mengen lagen zudem eine ganze Reihe weiterer Angebote sowohl aus Frankreich, Rumänien und Russland als auch aus anderen Ländern vor. So wurde Weizen der Sorte Soft Red Winter, Soft White Winter und Hard Red Winter aus den USA angeboten.
Speziell die beiden ersten Sorten waren zwar preislich sogar günstiger als der Weizen aus Frankreich, jedoch waren die Transportkosten mit knapp 23 USD/t doppelt so hoch. Dagegen war der angebotene Weizen aus Kanada (353,5 USD/t) nicht günstiger als französische Ware. Aus Russland wurden zudem weitere Partien zu Preisen zwischen 357 und 359 USD/t angeboten.

Noch keinen Zuschlag für den Januar

Für den Lieferzeitraum ab Januar 2013 gab es zudem neben anderen Angeboten auch eine Offerte für argentinischen Weizen zum Preis von 342,81 USD/t und damit rund 10 USD/t teuer als bei der letzten Auktion. Allerdings lagen die Frachtkosten bei 26 USD/t. Russischer Weizen wurde für den Januartermin nicht angeboten. Ein Lieferzuschlag wurde für die Januarangebote am 31. Oktober noch nicht nicht erteilt.
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