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Getreide

Feldarbeiten in Polen arg im Rückstand

von , am
17.04.2013

Warschau - Auch in Polen hinken die Landwirte mit den Feldarbeiten in diesem Frühjahr aufgrund lang anhaltender Kälte deutlich zurück.

Polen: Wegen des Frostes kann in weiten Teilen des Landes noch nicht gesät oder gepflanzt werden. © Mühlhausen/landpixel
Landwirtschaftsminister Stanislaw Kalemba veranschlagte den zeitlichen Rückstand jetzt auf bis zu einen Monat. Mit Blick auf die Wintersaaten stellte der Minister fest, dass in weiten Teilen des Landes eine Schneedecke diese vor den Einwirkungen des Frostes geschützt habe. Allerdings nehme mit jedem Tag die Gefahr zu, dass sich unter der Schneedecke Pflanzenkrankheiten entwickelten.
 
Aus der verkürzten Vegetationsperiode lasse sich jedoch noch nicht auf niedrigere Erträge schließen, erklärte Kalemba. Bei den Sommerungen rechnen Experten dagegen schon jetzt mit Ertragseinbußen. In Westpommern hätte die Aussaat des Sommergetreides laut Angaben des dortigen Zentrums für Agrarberatung eigentlich schon Mitte März beginnen sollen.

Schlechtere Ernte erwartet

Wie Ryszard Karas, Experte des Zentrums, gegenüber der Nachrichtenagentur PAP feststellte, dürfte die diesjährige Ernte aufgrund der Aussaatverzögerung um 10 Prozent bis 15 Prozent niedriger ausfallen. Im Rahmen der Herbstbestellung säten die polnischen Landwirte dem Staatlichen Amt für Statistik (GUS) zufolge zur Ernte 2013 auf rund 4,3 Millionen Hektar Wintergetreide aus; das entsprach gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang um 157.000 Hektar.

Der drittgrößte Getreideproduzent

Während dabei die Winterweizenfläche um etwa 100.000 Hektar auf 1,8 Millionen Hektar eingeschränkt wurde, umfassen die Winterroggen- und Wintertriticaleflächen jeweils unverändert rund 1,1 Millionen Hektar. Im Frühjahr 2012 hatten auch in Polen Kahlfröste zu erheblichen Auswinterungsschäden geführt; die Landwirte sahen sich damals veranlasst, das Wintergetreide auf etwa 1,5 Millionen Hektar umzubrechen und diese Flächen neu zu bestellen. Polen ist nach Frankreich und Deutschland der drittgrößte Getreideproduzent in der Europäischen Union; 2012 wurden dort 27,7 Millionen Tonnen Getreide gedroschen.
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