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Dürrejahr

Feldaufgang unsicher: Trockenheit erschwert Herbstaussaat

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Karl Bockholt, agrarheute
am
12.10.2018

Auf vielen Äckern ist es noch immer zu trocken. Das Dürrejahr 2018 gefährdet vielerorts die aktuelle Aussaat von Wintergetreide.

Die größtenteils miserablen Erträge dieses Jahres sind noch nicht verdaut, da machen sich viele Getreidebauern bereits Sorgen um die nächste Ernte. Niederschläge fehlen in vielen Regionen weiterhin. Die Trockenheit könnte negativ auch auf den Ertrag 2019 wirken.

Gute Bedingungen zur Aussaat im Herbst sind zweifelsohne die Basis für die Ernteerträge im nächsten Jahr. Viele Bauern hoffen vorerst weiter auf Regen. Doch der ist längst nicht überall in Sicht.

So sieht es bei den wichtigsten Kulturen aus

Winterweizen: Für die in Deutschland am stärksten angebaute Getreideart bleibt noch Zeit zum Säen. Das Saatfenster reicht von etwa Mitte Oktober durchaus bis Ende November. Wenn es bald regnet, bleiben die Hoffnungen auf gute Startchanen. Ansonsten ist der Auflauf vielerorts unsicher.

Wintergerste: Dafür waren die Startbedingungen vielerorts alles andere als optimal. Wohl dem, der wenigstens spärliche Niederschlag mitbekommen hat. Oft sind die Feldaufgänge ungleichmäßig oder sogar noch komplett unsicher.

Im Westen geht die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen etwa im Rheinland von einer gleichbleibenden Anbaufläche von etwa 30.000 ha aus. Eventuell ist die Fläche dieses Jahr sogar etwas größer, weil einige nicht bestellte Rapsflächen mit Gerste eingesät sind.

Winterraps: Obwohl die Ölfrucht in vielen Regionen munter wächst, konnten viele Erzeuger ihre Anbaupläne wegen der Trockenheit längst nicht überall umsetzen. Während in normalen Jahren beispielsweise im Rheinland etwa 15.000 ha Raps gesät werden, sind es dieses Jahr 20 bis 30 Prozent weniger.

Vielfach waren die Böden noch so trocken, dass viele Ackerbauern gar nicht erst damit starteten, Winterraps zu säen. Andere Anbauer hatten das Problem, dass nur ein geringer Teil der Saat auflief. Sie haben ihre Bestände oft wieder umgebrochen.

Einbußen zur Ernte 2019 befürchtet

Je nach Region und Bodenbeschaffenheit entwickeln sich die Bestände weiter sehr unterschiedlich. Der Rheinische Landwirtschaftsverband beispielweise erwartet für das kommende Jahr eine Erntemenge von schätzungsweise rund 60 Prozent der normalen Menge.

Die verbreitete Trockenheit und die ungünstigen Bedingungen machen es auch zunehmend schwierig, Unkraut in Getreide zu bekämpfen.

Mit Material von RLV

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