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Ratgeber

Feuchtes Getreide richtig konservieren

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
05.07.2016

Nach der Ernte kommt es darauf an, das Getreide möglichst schnell lagerstabil zu machen. Die LWK Niedersachsen erklärt, auf was es dabei zu achten gilt.

Nach Empfehlungen des Max Rubner-Instituts bleibt die Getreidequalität nach der Ernte erhalten, wenn folgende Anforderungen erfüllt sind:

  • Kornfeuchte maximal 12 bis 14,3 Prozent (%) (abhängig von der Getreideart),
  • Getreidetemperatur max. 20°C,
  • Getreide-Wasseraktivität (aw-Wert) 0,60 bis 0,65,
  • rel. Luftfeuchte 60 % und
  • Abwesenheit von tierischen Schaderregern.

Deshalb gilt es, das Getreide nach der Ernte möglichst schnell lagerstabil zu machen. Die LWK Niedersachsen zeigt, wie es geht.

Feuchtkonservierung: Bewährtes Verfahren

In Betrieben, die ihr eigenes Getreide verfüttern, ist die Feuchtkonservierung seit langem ein bewährtes Verfahren. Hohe Trocknungskosten, schlechte Witterungsbedingungen und nicht vorhandene Getreidesilos sind Gründe für diese Art der Konservierung. Bei der chemischen Haltbarmachung ist zu beachten, dass derart konservierte Ware nicht in den Handel gelangen darf.

Neben der Konservierung mit Säuren zählen noch die Behandlung mit Natronlauge (Durchmischung im Futtermischwagen) und mit Futterharnstoff (Freisetzung von Ammoniak) zu den chemischen Konservierungsverfahren, sind aber wenig verbreitet.

Die Feuchtgetreidekonservierung mit organischen Säuren, überwiegend mit Propionsäure oder Kombipräparaten, gehört laut LWK Niedersachsen zu den verbreitetsten Verfahren und ist seit langem praxiserprobt. Vorteile der Methode:

  • hohe Schlagkraft und gute hygienische Eigenschaften des Endproduktes
  • keine Atmungsverluste treten auf
  • früheres Räumen der Getreideflächen möglich
  • keine Belüftung zur Lagerpflege nötig

Grundsätzlich sollten nur einwandfreie Partien konserviert werden, ansonsten sollte vorab eine gründliche Getreidereinigung erfolgen. Allerdings ist auf vielen Betrieben eine Getreidereinigung nicht vorhanden.

Silierung gewinn an Bedeutung

Neben der Säurekonservierung gewinnt laut LWK Niedersachsen auch die Silierung an Bedeutung, insbesondere bei zunehmenden Feuchtegehalten und hohen Preisen für Propionsäure. In der Praxis werde zwischen diesen beiden Verfahren häufig nicht sauber differenziert.

Die Wirkungsprinzipien sind aber unterschiedlich, denn bei der Silierung werden bei luftdichter Lagerung Gärsäuren und CO2 (pilzabtötend) gebildet. Hier sind Feuchtegehalte von mindestens 25 Prozent notwendig.

  • Das Feuchtgetreide kann entweder im Fahrsilo mit Folie luftdicht abgedeckt oder geschrotet/gequetscht in Folienschläuche gepresst werden.
  • Wegen des meist geringen Besatzes an Milchsäurebakterien und höheren Besatzes an Hefen im frischen Gut sind entsprechende Zusätze zur Stabilisierung ratsam.
  • Zu beachten sei eine Mindestsilierdauer von etwa zehn Wochen.

Säurekonservierung: Darauf müssen Sie achten

Bei der Säurekonservierung bestehe die Mindestausstattung aus einem Dosiergerät und einer Rohrschnecke, in der das Aufsprühen und Anmischen der Säure erfolgt. Durch den Säureeinsatz kommt es zum Verlust der Keimfähigkeit. Propionsäure wirkt sowohl bakteriostatisch als auch fungizid. Durch einen Zusatz von 2 Prozent zu Getreide, das von Kornkäfern befallen ist, stirbt der größte Teil der Kornkäfer ab. Bereits eine Dosis von 0,7 bis 1 % beugt dem Insektenfraß vor.

Da die Säuremenge von der Kornfeuchte und der Lagerdauer abhängt, sei es wichtig, die Getreidefeuchte exakt zu messen. Ebenso müsse die Förderleistung der Getreideschnecke genau ermittelt werden. Bei der Dosierung ist zwischen Korn und Schrot zu unterscheiden.

Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie hier.

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