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Getreide

Forscher identifizieren neuen Abwehrmechanismus bei Gerste

von , am
06.08.2010

München - Pflanzen können sich gegen Krankheitserreger schützen, indem sie helfende Mikroorganismen in ihrem Wurzelraum gezielt fördern.

© Mühlhausen/landpixel.de

Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum München haben herausgefunden, dass Pflanzen in der Lage sind, sich gegen Krankheitserreger zu schützen, indem sie die Anzahl bestimmter Boden-Mikroorganismen, sogenannter Antagonisten, im Wurzelraum steuern.

Wie das Forschungszentrum mitteilte, untersuchten die Wissenschaftler Bakterien-Populationen im Wurzelraum von Gerste und die Anfälligkeit gegenüber dem Befall mit dem Schadpilz Gaeumannomyces graminis, dem Auslöser der Schwarzbeinigkeit.

Schutzschild vor Krankheitserregern 

Der Anbau von Gerste als Monokultur habe zu einer spezifischen Zusammensetzung der Mikroflora im Wurzelraum geführt, die einen besonders wirksamen Schutz gegen den Schadpilz biete, erklärten die Forscher. Die Aktivität der Antagonisten werde hingegen durch das Vorhandensein des Schadpilzes gesteuert. Bisher sei man davon ausgegangen, dass nur der Schadpilz Vorkommen und Aktivität der Antagonisten beeinflusse. Die Ergebnisse könnten für die landwirtschaftliche Praxis von großer Bedeutung sein.

Alternative zum chemischen Pflanzenschutz 

"Wenn sich die Daten für andere Pflanzenkrankheiten bestätigen, könnten Biokontrollpopulationen durch geeignete Fruchtfolgen gesteuert und so der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitten reduziert werden" erläuterte Prof. Michael Schloter von der Abteilung Terrestrische Ökogenetik des Münchner Forschungszentrums. Alternativen zum klassischen chemischen Pflanzenschutz seien ein aktuelles Thema der modernen Landwirtschaft, nicht nur, um die Umwelt zu schützen, sondern auch, weil viele Erreger von Pflanzenkrankheiten gegen Pestizide resistent geworden seien. (AgE)

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