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Getreide

Frankreich: Weizenexport in Drittländer boomt

von , am
14.12.2012

Paris - Frankreich ist ein bedeutender Exporteur von Weichweizen. Im laufenden Wirtschaftsjahr werden französische Landwirte mehr Ware in Drittländer als in EU-Mitgliedsstaaten verkaufen.

Frankreich exportiert mehr Weizen in Drittländer als in den EU-Binnenmarkt. © Frédéric Prochasson/Fotolia
Frankreichs Weizenexport in Drittländer wird im laufenden Wirtschaftsjahr um ein Drittel oder knapp drei Millionen Tonnen (Mio. t) auf rund zehn Mio. t zulegen. Zu dieser Einschätzung kommt das französische Landwirtschaftsamt FranceAgriMer in einer aktuellen Markteinschätzung am Mittwoch dieser Woche. Gleichzeitig geht die innereuropäische Ausfuhr trotz des größeren Bedarfs leicht auf 7,3 Mio. t zurück.
 
Frankreichs Landwirtschaftsamt FranceAgriMer schätzt den französischen Export von Weichweizen in Drittländer für das das laufende Wirtschaftsjahr auf zehn Mio. t und damit 2,6 Mio. t größer als im letzten Jahr (7,37 Mio. t). Ursache für das Exportwachstum ist zum einem die größere Ernte, zum anderen aber die sehr starke Nachfrage vom Weltmarkt sowie die hohen Exportpreise. Damit deckt sich die Prognose von FranceAgrimer auch mit der aktuellen Einschätzung des USDA. Die US-Analysten hatten diese Woche den für die EU-Länder erwarteten Weizenexport ebenfalls nach oben gesetzt.

Weniger Weizen für den Binnenmarkt

Die französichen Getreideausfuhren 2012/13 © FranceAgriMer
Die Weichweizenausfuhr innerhalb der EU erwartet FranceAgriMer hingegen mit 7,3 Mio. t überraschenderweise sogar etwas kleiner als im letzten Jahr. 2011 haben die Franzosen 7,5 Mio. t Weichweizen in andere EU-Länder verkauft. Dabei ist die Nachfrage der EU wegen der insgesamt deutlich kleineren Ernte als im letzten Jahr eigentlich größer. Insbesondere Länder in Großbritannien und in Südeuropa haben erheblichen Importbedarf. Die diesjährige Weichweizenproduktion haben die französischen Fachleute auf 35,8 Mio. t veranschlagt und damit - trotz Auswinterung - zwei Mio. t größer als im letzten Jahr (33,97 Mio. t). Die Bestände werden wegen der größeren Exporte von insgesamt von 2,3 auf 1,96 Mio. t abschmelzen.

Maisexport etwa auf Vorjahresniveau

Die diesjährige Maisernte haben die französischen Analysten auf 15,2 Mio. t geschätzt. Im Vergleich zum letzten Jahr (15,6 Mio. t) wäre dies ein leichter Rückgang. Die Ausfuhren in anderen EU-Länder schätzten die Experten von FranceAgriMer auf 6,15 Mio. t und damit ebenfalls geringfügig kleiner als im letzte Jahr (6,3 Mio. t). In Nicht-EU-Länder wird mit 0,4 Mio.t etwa so viel Mais exportiert wie im letzten Jahr. Die Bestände schmelzen wegen der etwas kleineren Ernte leicht um knapp 0,3 Mio. t auf 2,2 Mio. t ab.

Mehr Gerste für die EU und für Drittländer

Autor: Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Deutlich größer als im letzten Jahr ist hingegen die französische Gerstenproduktion. Mit etwas 11,4 Mio. t beträgt der Produktionszuwachs 30 Prozent oder rund 2,6 Mio. t. Grund für den Zuwachs ist die starke Ausweitung des Sommergestenanbaus auf Auswinterungsflächen. Bei der Ausfuhr von Gerste in andere EU-Länder rechnen die Franzosen mit einer Zunahme um 0,5 Mio. t auf knapp vier Mio. t. Beim Export in Drittländer geht man von einem Zuwachs von 0,4 Mio. t auf 1,2 Mio. t aus. Die Endbestände verdoppeln sich wegen der großen Produktion auf 1,8 Mio. t.
 
 


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