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Kälteeinbruch

Frost droht Pflanzen auszutrocknen

Rauhreif
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
27.02.2018

Die Kälte hilft dem Boden zwar aufzubrechen, der Wechsel mit Sonne birgt aber Risiken für das Wintergetreide. Düngung ist bei Dauerfrost tabu, Bußgelder drohen.

Lange war der Winter zu mild, auf der Zielgeraden packt er bundesweit noch einmal zu. Der strenge Frost hilft den nassen Flächen endlich wieder befahrbar zu werden – Frostgare sei Dank. Viele Zwischenfruchtbestände hielten sich in den letzten Monaten zudem mit starkem Aufwuchs, auch der friert jetzt sicher ab.

Wie wirken sich die aktuellen Minustemperaturen auf die Winterungen aus? Solange am Weizen nur einige Blätter abfrieren, ist das kein Problem – Frost kann auch Pilzbefall aus dem Herbst reduzieren. Bauer Willi aus dem Rheinland bewertet seine Bestände: „Solange der Vegetationskegel keinen Frost abbekommt, werden sich die Pflanzen im Frühjahr schnell wieder erholen.“

Allerdings besteht durch die niedrigen Nachttemperaturen mit starkem Kahlfrost im Wechsel mit strahlendem Sonnenschein tagsüber die Gefahr, dass die Pflanzen austrocknen. Bauer Willi: „Aufgrund des Frosts können sie kein Wasser nachziehen.“ Der Praktiker und Blogger hofft jetzt, dass es gut ausgeht. „Aber das sehen wir erst, wenn es wieder warm wird. Bis dahin heißt es hoffen.“

Sommerungen nur bei mäßigem Frost säen

Für die demnächst anstehende Aussaat von Sommerungen warnt das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinland-Pfalz vor zu tiefen Temperaturen. „Die Frostsaat von Sommergerste ist nur bei mäßigem Frost von -1,5 bis -3,5 °C sinnvoll“, empfehlen die Berater aus Oppenheim am Oberrhein.

Entscheidend ist, dass der Boden über der Saat wieder zufällt. Er darf nicht zu nass sein oder verkleben. „Die Saat frühmorgens ist nur während weniger Stunden möglich, dabei sind Rotorgeräte wie die Kreiselegge sinnvoll.“ Lang anhaltende, stärkere Niederschläge sollten dann nicht folgen. Es ist mit nur leicht früherem Aufgang zu rechnen.

Für die Leguminosen gilt es den Pflanzenschutz im Blick zu behalten: „Denken Sie bei Ackerbohnen daran, dass ein Herbizideinsatz praktisch nur im Vorauflauf möglich ist“, heißt es aus dem DLR. Eine termingerechte normale Saat werten die Berater nicht als Nachteil. Gefrorener und damit tragfähiger, aber trotzdem noch bearbeitbarer Boden ließe sich auch ideal zur Saatbettbereitung nutzen.

Düngung ist jetzt tabu

Mit der Düngung ist beim derzeitigen Dauerfrost auf jeden Fall zu warten. Darauf weist die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen noch einmal hin. „Wenn der Boden tagsüber oberflächlich nicht auftaut, ist das Ausbringen von P- und N-haltigen Düngern, wie Gülle, Geflügelkot oder Gärresten verboten.“

Das gilt auch bei Schneeauflage. Hier gab es in den letzten Tagen teils heftige Anfeindungen aus der Bevölkerung. Die Praktiken seien „nicht geeignet, das Image der Landwirte zu verbessern“, rät Tim Eiler von der LWK. Zudem drohen Bußgelder.

Die Regeln gelten gleichermaßen für Acker und Grünland und sollen der Abschwemmungsgefahr vorbeugen. An Hängen, bei Tauwetter und Gülle oder Gärresten mit geringem Trockensubstanzgehalt steigt das Risiko deutlich. In schwach entwickelten Getreidebeständen, etwa aufgrund Spätsaaten, lässt sich das Abfließen kaum verhindern.

Nur Mist von Huf- und Klauentieren dürfte auf bewachsenen Flächen auch bei Dauerfrost gestreut werden. Die Beratung, etwa an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), rät allerdings auch davon ab.

Mit Material von DLR Rheinland-Pfalz, LWK Niedersachsen, LfL Bayern, Bauer Willi

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