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Braugerste

Für Malz und Bier: Berliner Programm empfiehlt ertragreiche Braugerste

Braugerste-Hand
am
19.02.2019

Nach bundesweiten Mälz- und Brauversuchen wird die 2017 eingetragene Braugerstensorte Leandra 2019 offiziell zur uneingeschränkten Verarbeitung empfohlen. Das Sortengremium hat sie im Praxismaßstab geprüft.

Gezüchtet ist die Gerste von der Saatzucht Breun. Vertrieben wird sie von Hauptsaaten. Bei der Verarbeitung zu Braumalz als auch bei der Bierherstellung hat Leandra beste Ergebnisse erzielt.

Versprechen hoher Hektarerlöse

Leandra ist derzeit die ertragsstärkste Sorte von allen Empfehlungssorten des Berliner Programms, sagt Lothar Erkens, Vertriebsleiter bei Hauptsaaten. Nach Angaben des Züchters ist die strohstabile Gerste gesund und hat herausragende Verarbeitungsqualitäten. 

Keine andere Braugerste in Deutschland ist bei Mehltau (mlo-Resistenz), Netzflecken, Rhynchosporium oder Zwergrost besser eingestuft. Das macht sie auch für extensiv wirtschaftende Betriebe interessant. Dank des seltenen Rrs2-Resistenzgens gegen Rhynchosporium eignet sich die Braugerste auch für Herbstaussaaten in wintermilden Lagen. 

Die Halmstabilität, die Standfestigkeit und die hohen Vollgerste- und Marktwareerträge sorgen laut Züchter für eine gute Ernte und hohe Hektarerlöse. Die sogenannte Flexi-Malt-Sorte erlaubt den Mälzereien flexible Einsätze, um mit geringeren Weichgraden oder kürzeren Mälzzeiten zu arbeiten. In der Brauerei zeigt die Gerste eine gute Enzymausstattung und eine hohe Sudhausausbeute. Z-Saatgut ist davon bereits für 2019 verfügbar.

Weitere Sorte für die Brauversuche

Im Dezember 2018 hatte das Bundessortenamt etliche Sorten neu eingetragen. Dazu gehören die Braugerstensorten SY Stanza von Syngenta Seeds, Prospect und Juventa, beide von Saatzucht Streng, sowie Klarinette und Focus, beide von Secobra. Von ihnen wurde nur Prospect in die technischen Praxisversuche der kommenden Vegetationsperiode genommen. 

Dr. Georg Stettner von der Bitburger Braugruppe und 1. Vorsitzender der Braugersten-Gemeinschaft e.V. lobte die züchterische Leistung und den sichtbaren Ertragsfortschritt der neu zugelassenen Sorten. Das gelte im Vergleich zum aktuellen Sortenspektrum bei Beibehalt der von der Mälzerei- und Brauwirtschaft geforderten hohen Verarbeitungsqualität. 

Die umfangreichen Analysenergebnisse aus den Mälzungs- und Brauversuchen des Berliner Programms sind im Internet einsehbar.

Neue Sorten schneller akzeptieren

Seit gut 60 Jahren stellt die Braugersten-Gemeinschaft der Malz- und Brauwirtschaft umfangreiche Daten und Forschungsergebnisse über Qualitätsbraugerste zur Verfügung. Ein Schwerpunkt der Forschung ist die Prüfung neu zugelassener Braugerstensorten auf ihre Verarbeitungseignung. Das geschieht im Berliner Programm. Neue Braugerstensorten werden so schneller von der Verarbeitungsstufe akzeptiert.

Mit Material von Hauptsaaten, Braugersten-Gemeinschaft, Bundessortenamt
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