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Getreide

Fungizide im Weizen: Tipps zum Vorbeugen von Resistenzen

© agrar-press
von , am
08.01.2015

Der Fungizideinsatz zum richtigen Termin sichert hohe Erträge. Um Resistenzen bei pilzlichen Schaderregern wie zum Beispiel Septoria im Weizen zu vermeiden, gilt es einige Punkte zu beachten.

Einem guten Resistenzmanagement beim PSM-Einsatz liegt eine regelmäßige Kontrolle der Bestände zu Grunde. © Mühlhausen/landpixel
Fungizidstrategien im Weizenorientieren sich an den regelmäßig auftretenden Krankheiten, wie Septoria- Blattdürre, Mehltau und Braunrost, bei pfluglosem Stoppelweizen auch DTR und bei Maisvorfrucht Ährenfusariosen. Auch auf Gelbrost ist nach dessen massiven Auftreten im vergangenen Jahr und angesichts neu auftretender Rassen verstärkt zu achten. Generell ist neben
  • den Resistenzeigenschaften der Sorte,
  • dem Saattermin,
  • der Vorfrucht und
  • der Bodenbearbeitung
  • die Witterung der mit Abstand wichtigste Einflussfaktor.
Am Anfang eines korrekten Resistenzmanagements stehen sämtliche acker- und pflanzenbaulichen Arbeiten, die bereits das Entstehen und das Ausbreiten von Pilzerkrankungen vermeiden: Dazu gehören in erster Linie Fruchtfolge, Strohmanagement, Bodenbearbeitung, Sortenwahl und Saattermin. Denn jede eingesparte Behandlung vermindert den Selektionsdruck auf die pilzlichen Erreger und verzögert die Entstehung und Ausbreitung von Fungizidresistenzen.

Resistenzen vermeiden: Kontrolle und richtiger Einsatzzeitpunkt

Des Weiteren gelten folgende wichtige Tippszum Resistenzmanagementbeim Einsatz von Getreidefungiziden, die Stephan Weigand vom Institut für Pflanzenschutz an der LfL Bayern für das dlz agrarmagazin auflistet:
  • Zahl der Anwendungen auf das notwendige Maß beschränken und unnötige vorbeugende Protektiveinsätze vermeiden

  • Mittel gezielt nach Bekämpfungsschwellen anwenden

  • amtlichen Warndienst und Prognosemodelle nutzen
  • Mittel und Aufwandmenge nach den vorherrschenden Schaderregern, der Sortenresistenz und der Witterung auswählen

  • Getreidefungizide rechtzeitig infektionsnah einsetzen

  • in Spritzfolgen oder Mischungen stets verschiedene Wirkstoffgruppen (Wirkmechanismen) einsetzen

Resistenzen bei Septoria: Wirkstoffwechsel und ausreichende Mengen

  • gegen Septoria in Spritzfolgen Wirkstoffe in der Gruppe der Azole und Imidazole wechseln, um schwer bekämpfbare Rassen nicht einseitig zu selektieren

  • bei hohem Septoria-Infektionsdruck immer Kontaktwirkstoffe ergänzen, etwa Chlorthalonil

  • Azole stets in ausreichender Aufwandmenge einsetzen, mindestens 70 Prozent der zugelassenen Aufwandmenge

  • Strobilurine oder Carboxamide nie solo anwenden, sondern stets in Mischung mit einem nicht kreuzresistenten Partner, etwa Azole oder Kontaktwirkstoffe

  • Strobilurin- und Carboxamid-haltige Fungizide möglichst nur einmal je Kultur und Saison einsetzen

  • Ausbringen nur bei günstiger Witterung mit optimaler Technik: Jede Abdrift, mangelnde Verteilung oder Verdunstung erhöht den Selektionsdruck unnötig
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