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Pflanzenbau-Ratgeber

Fungizideinsatz im Wintergetreide

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
06.04.2017

Im Wintergetreide laufen aktuell die Bekämpfungsmaßnahmen gegen pilzliche Krankheiten. Darauf sollten sie bei der Behandlung von Mehltau, Netzflecken, Halmbruch und Co. achten.

In der Wintergerste sind sortenabhängig Mehltau, Zwergrost, Netzflecken und Rhynchosporium vorhanden bzw. treten schlagweise bereits stärker auf. Im Winterroggen wurden verbreitet Braunrostpusteln festgestellt.

Wie die LfULG Sachsen schreibt, kann bei weiterem Befallsanstieg insbesondere für früh gedrillte Schläge ein zeitiger Fungizideinsatz notwendig werden. Dies gilt vor allem für Bestände mit einem hohem Halmbruchbefallsrisiko (mehr als 40 Prozent prognostizierter Starkbefall) und gleichzeitig stärkerem Auftreten früher Blattkrankheiten.

Halmbruchbekämpfung im Getreide

Die Entscheidung für oder gegen eine spezielle Halmbruchbekämpfung steht nach Angaben der LfULG Sachsen zum Zweiknotenstadium (BBCH 32) an. Als Entscheidungshilfe kann beispielsweise das wetterdatenbasierte Modell SIMCERC von isip für Winterweizen, -roggen und -triticale genutzt werden. Das Modell prognostiziert bei Erreichen des Zwei-Knotenstadiums (BBCH 32), also zum Zeitpunkt, an dem die Entscheidung über die Halmbruchbehandlung erfolgen muss, den zu erwarteten Endbefall durch Halmbruch (Pseudocercosporella herpotrichoides).

Wird eine spezielle Halmbruchbekämpfung zu BBCH 32 erforderlich, sollte der aktuell vorhandene Befall mit Blattkrankheiten (z. B. Getreidemehltau, Septoria tritici, ggf. Gelbrost) bei der Wahl des Pflanzenschutzmittels Berücksichtigung finden. Bei einem Fungizideinsatz bis max. BBCH 37 kann bei entsprechender Präparatewahl und Aufwandmenge noch eine gewisse Nebenwirkung gegenüber Halmbruch erzielt werden.

Behandlung von Gelbrost und Septoria tritici im Weizen

Verbreitet ist nach Angaben der Pflanzenbauexperten der LfULG Sachsen schon ein mehr oder weniger starker Krankheitsbefall, unter anderem auch Gelbrost und Septoria tritici in Weizen sichtbar. Die weitere Infektionsgefährdung durch Septoria tritici hänge entscheidend von den kommenden Witterungsbedingungen ab. Sind Symptome auf den unteren Blättern vorhanden und es herrschen ab BBCH 37/39 für den Pilz günstige Witterungsbedingungen vor, kann es zu Infektionen der oberen, ertragsbildenden Blattetagen kommen.

Auch hier bietet isip ein entsprechendes Prognosemodell mit dem Namen SEPTRI an. Wenn Ausgangsbefall auf den älteren Blättern vorhanden ist und 30 % Latenzzeit auf F-2 abgelaufen sind, wird dabei eine entsprechende Behandlung empfohlen. Gezielte Bekämpfungsmaßnahmen gegen Pilzkrankheiten sollten in Abhängigkeit vom aktuellen Befall, aber frühestens ab BBCH 32 erfolgen.

Mit Material von LfULG Sachsen
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