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Pflanzenschutz

Fusarium: Jetzt behandeln oder nicht?

Fungizidbehandlung im Weizen
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
18.05.2018

Feuchtes und gleichzeitig warmes Wetter ist Fusariumwetter. Wir fassen Tipps zusammen, um den Behandlungstermin nicht zu verpassen.

Frühe Weizensorten und Durum zeigten im Beratungsgebiet des DLR Rheinland-Pfalz in Neustadt an der Weinstraße bereits letztes Wochenende erste Blütchen. Jetzt befinden sich diese Bestände im Stadium Beginn bis Mitte Blüte.

Niederschläge fielen in den letzten Tagen praktisch täglich – die Ähren konnten kaum abtrocknen. Sie sind daher gefährdet für Fusarien.

Wetter beobachten

Für Freitag und Samstag ist im Westen und trockenes Wetter gemeldet, bereits ab Sonntag aber wieder Schauer und Gewitter, im Süden teilweise bereits am Samstag. Im Norden und Osten soll es in den kommenden Tagen trocken bleiben.

Das DLR in Neustadt empfiehlt für seine Region folgende Fungizide: Im empfindlichem Durum Freitag UND Montag/Dienstag eine Behandlung zu fahren, wäre die sicherste Variante, beispielsweise mit 1 l/ha Osiris + 1 l/ha Folicur in Spritzfolge. 

Einzelbehandlung bei Bedarf am Wochenende setzen

Eine Einfach-Maßnahme im Winterweizen (oder wer Durum nur einmal behandeln will) empfiehlt das DLR für den Samstag. „In der Hoffnung, dass die Schauer in der kommenden Woche nicht zu häufig fallen. Bei 23 bis 25 Grad trocknen die Ähren binnen Stunden.“

Diese Einzelbehandlung ist ebenfalls mit einem gutem Preis-/Leistungsverhältnis von 1 l/ha Osiris + 1 l/ha Folicur möglich, hier als Tankmix. Dauerwirkung gegen Roste: rund 14 Tage. 

Bis jetzt noch unbehandelter Weizen

Wo der Winterweizen noch nicht behandelt werden konnte und er noch nicht in der Blüte steht (etwa RGT Reform) lohnt es sich mit der Behandlung noch zu warten. Ausnahme: sichtbare Gelbrostkreise.

Ist eine längere Dauerwirkung von drei Wochen gewünscht, kann 1 l/ha Osiris + 0,75 l/ha Skyway Xpro gespritzt werden.

So stuft das Bundessortenamt bei Fusarium ein

Hier die Fusarium-Bewertungen des Bundessortenamts (BSA) der wichtigsten Weizensorten. 1 ist die niedrigste Anfälligkeit, 9 die höchste:

  • BSA 3 (niedrig): Kamerad, Porthus, Ambello, Rubisco. 
  • BSA 4 (niedrig bis mittel): Apostel, Bernstein, Cubus, Dichter, Genius, KWS Montana, Landsknecht, Patras, RGT Reform, Kerubino. 
  • BSA 5 (mittel): Benchmark, Kashmir, Nordkap, Partner, Pionier, Ponticus. 
  • BSA 6: (mittel bis hoch): JB Asano. 

Für Advisor, Nemo, SY Moisson geht das DLR von BSA 5 bis 6 aus.

Tipp bei Vorfrucht Körnermais: nach pflugloser Saat auch bei BSA-3-Sorten eine Fusariumbehandlung vorsehen!

Mit Material von DLR Neustadt

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