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Ährenbehandlung

Fusarium: Infektionswetter beachten!

Ährenfusarium an Weizen
am Freitag, 05.06.2020 - 12:54 (Jetzt kommentieren)

Feuchte und wieder steigende Temperaturen: Ideales Wetter für Fusariuminfektionen. Beobachten Sie und planen Sie eine Behandlung.

Viele Weizenbestände befinden sich derzeit in der Blüte. Damit steigt in Kombination mit der derzeitigen Wetterlage das Risiko für Ährenfusarium, vor allem bei Vorfrucht Mais oder Zuckerrüben. Wechselfeuchtes Wetter mit Temperaturen über 16 °C ab Mitte des Ährenschiebens bis Ende der Blüte schafft ideale Infektionsbedingungen für den Pilz.

Für eine Infektion der Ähre benötigt der Erreger bei 20 °C etwa 48 Stunden feuchte Bedingungen, bei 25 °C reichen schon 24 Stunden. Infektionsfördernd wirken darüber hinaus kurze Abstände zwischen Blatt und Ähre (Kurzstrohsorten), lange Blühdauer, aber auch ungleichmäßig und spät abreifende, sowie dichte Bestände.

Infektionswetter beobachten und rechtzeitig behandeln

Nina Waldorf vom Landwirtschaftsamt Buchen im Necker-Odenwald-Kreis rät dazu, gezielte Behandlungen von gefährdeten Beständen möglichst infektionsnah, also +/- 2 Tage zum Infektionsereignis durchzuführen.

„Als fusariumstarkes Mittel steht Osiris zu Verfügung“, sagt die Pflanzenschutzberaterin Baden-Württemberg. „Preiswerter kann auch 1,0 l/ha Prosaro oder die Mischung aus 1,5 l/ha Osiris + 0,5 l/ha Folicur eingesetzt werden. Als Grundabsicherung ist auch ein reines Tebuconazol-Produkt denkbar.“

Der optimale Behandlungstermin liegt möglichst kurz vor dem Infektionsereignis in der Blüte. Daher sollte mit der Behandlung gewartet werden, bis die ersten Staubbeutel der Blüte gut sichtbar sind.

So breitet sich der Fusarium-Pilz aus

Mit dem Wind gelangen die Pilzsporen von den Ernterückständen in die Weizenähre und können dort die Einzelährchen infizieren. Sichtbar wird das etwa zwei bis drei Wochen später durch ein vorzeitiges Ausbleichen der befallenen Ährchen.

Dringt der Pilz bis zur Spindel vor, wird die Nährstoffzufuhr des darüber liegenden Teils der Weizenähre unterbunden, was zum Ausbleichen der Ährenabschnitte und zur Schmachtkornbildung führen kann. Das Schadbild wird daher auch als Partielle Weiß- oder Taubährigkeit bezeichnet.

Bei anhaltend feucht-warmer Witterung oder einer durch Nässe verzögerten Ernte kann sich die Befallsstärke und die Mykotoxinbildung (DON) weiter erhöhen.

Entscheidend für den Wirkungsgrad von Fungiziden ist eine infektionsnahe Anwendung im Zeitfenster von 2 Tagen vor bis max. 4 Tagen nach einem Niederschlag in der kritischen Phase ab Ende des Ährenschiebens.

Auf agrarheute finden Sie das Agrarwetter für Ihre Region.

Mit Material von LfL, TLLLR, Landratsamt Necker-Odenwald-Kreis

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