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Pflanzenschutzmittel

Gefälschte Produkte: Internethandel für Präparate wird kontrolliert

AF_Pflanzenschuzu-Lager
am Montag, 16.03.2020 - 11:44 (Jetzt kommentieren)

Im Februar 2020 hat die Zentralstelle der Bundesländer zur „Online-Überwachung Pflanzenschutz“ ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll den Vertrieb von Präparaten im Internet zentral kontrollieren und damit sicherer machen.

Nicht registrierte oder nicht sachgerecht arbeitende Händler und Produkte, die in Deutschland nicht zugelassen oder sogar gefälscht sind, sollen so effektiver ermittelt werden können. Die Zentralstelle ist beim beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin angesiedelt.

Onlinehandel jetzt amtlich überwacht

In Deutschland sind die Pflanzenschutzdienste der Bundesländer für die Überwachung des Verkaufs von Pflanzenschutzmitteln zuständig. Da die Produkte beim Onlinehandel ortsunabhängig angeboten werden, werden sie in Zukunft zentral kontrolliert.

Der Vollzug gegebenenfalls nötiger Strafen bleibt weiter bei den Behörden der Bundesländer. Das zunächst zweijährige Projekt der Zentralstelle „Online-Überwachung Pflanzenschutz“ wird durch die Länder finanziert, gesteuert und beaufsichtigt.

Sachkunde beim Handel erforderlich

Grundsätzlich ist der Vertrieb von Pflanzenschutzprodukten in Internetshops erlaubt. Dafür gelten die gleichen Vorschriften wie für Händler vor Ort: Sie dürfen nur Präparate vertreiben, die in Deutschland zugelassen sind.

Händler müssen registriert sein und den Sachkundenachweis Pflanzenschutz besitzen. Pflanzenschutzmittel für professionelle Anwender dürfen nur verkauft werden, wenn der Käufer dem Händler seine Sachkunde nachweisen kann.

Auch Pflanzenstärkungsmittel unter Kontrolle

Die neue Zentralstelle wird im Internet recherchieren. Dazu gehören neben den Pflanzenschutz- auch Pflanzenstärkungsmittel und Zusatzstoffe. Die Mitarbeiter werden die Angebote von Auktionshäusern, auf Handelsplattformen oder auf Internetseiten einzelner Händler sichten.

Mögliche Verstöße gegen die Vorschriften des Pflanzenschutzrechts werden sie dokumentieren und die Kontaktdaten der Anbieter identifizieren. Im Auftrag der Bundesländer kann die Zentralstelle auch Proben der im Netz angebotenen Ware beschaffen.

Für Strafen bleiben die Länder zuständig

Die Rechercheergebnisse werden anschließend an die zuständigen Ämter in den Bundesländern beziehungsweise an die Kontaktstellen anderer EU-Mitgliedstaaten weitergeleitet. Diese entscheiden über das weitere Vorgehen vor Ort. 

Die Zentralstelle nutzt die Erfahrungen der bereits für den gesundheitlichen Verbraucherschutz etablierten Stelle „g@zielt“, die etwa auch Tabakerzeugnisse kontrolliert. Sie ist ebenfalls beim BVL angesiedelt. Die verschiedenen Stellen sollen sich kontinuierlich fachlich austauschen.

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