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Pflanzenbau-Ratgeber

Gelbrostbefall: Abschlussbehandlung im Weizen vorziehen

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
19.05.2016

Derzeit wird vermehrter Befall von Gelbrost und Septoria gemeldet. Wegen des hohen Befallsdrucks sollte in Beständen, in denen bisher keine Fungizidmaßnahne erfolgt ist, die Schlussbehandlung vorgezogen werden.

Derzeit steigt der Befallsdruck von Gelbrost und Septoria tritici in den Winterweizenbeständen, meldet der Infodienst der LTZ Augustenberg. Auch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen gibt Empfehlungen zur Behandlung gegen Krankheitsbefall im Weizen ab. Auf den bereits behandelten Flächen seien jedoch vorerst keine weiteren Behandlungen nötig. In Frühsaaten, wo vor der Schlechtwetterperiode erstmalig behandelt wurde, ist die Wirkungsdauer abgelaufen. Hier müsse weiterhin auf Neubefall mit Gelbrost und regional vor allem im Rheinland auch auf Braunrost geachtet werden.

Diese Maßnahmen stehen an:

Eine Zwischenbehandlung wird vor allem an den Standorten empfohlen, wo die 1. Behandlung bereits 3 Wochen zurück liegt und - insbesondere nach Vorfrucht Mais - eine sogenannte Blütenhandlung erfolgen soll. Der Infodienst empfiehlt die Mittel Ampera, Folicur, Kantik bzw. Mischungen mit Amistar Opti, Credo oder Bravo zur Durchführung der Zwischenbehandlung. Bei Beständen, in denen keine Behandlung erfolgt ist, müsse die abschließende Behandlung bei hohem Befallsdruck vorgezogen werden. In diesem Fall sollte behandelt werden, wenn das Fahnenblatt weitgehend entwickelt ist.

Sofern längere Schlechtwetterperioden mit längeren Niederschlägen gemeldet werden, sollte möglichst vor diesen mit Bravo behandelt werden.Weitere Empfehlungen:

  • Muss gleichzeitig Halmbruch kontrolliert werden sei Capalo oder mit besserer Wirkung Viverda zu bevorzugen.
  • Wenn nach Septoria Infektionen behandelt wird, sind Adexar, Skyway Xpro oder Aviator Xpro im Vorteil. Auch hiervon könne eine gute Halmbruchwirkung erwartet werden.

Auf Mehltau prüfen

In den späteren Saaten findet man  auch zunehmenden Befall mit Mehltau. Wo nicht nur geringer Befall am Stängel vorkommt, sondern auch Blattmehltau zu finden ist, müsse viel Wert auf eine gute Mehltauwirkung gelegt werden. Mit Gladio könne dieser am besten beseitigt werden. Durch die Zumischung von 0,2 l/ha Talius werde eine lange Dauerwirkung erreicht.

  • Dort, wo Gelbrost vorkommt, sollte zusätzlich 0,25 ‐ 0,5 l/ha Rubrik zugemischt werden.
  • Gegen Septoria ist Bravo vor Niederschlägen effektiv.

Bei geringerem Mehltaubefall kann alternativ mit Halmbruchwirkung (in Spätsaaten nicht so bedeutend) auch Input Classic mit 0,8 ‐ 1,0 l/ha eingesetzt werden. Auch wird die Zumischung von Bravo bei Septoria bzw. Talius (lange Mehltauwirkung) in entsprechenden Situationen erforderlich.

Zweite Wachstumsregler-Maßnahme

Gleichzeitig könne der Weizen zum zweiten Mal eingekürzt werden. Nach BBCH 32 empfehlen sich 0,25 bis 0,6 l/ha Medax Top + gleicher Menge Turbo. Bei der warmen Witterung muss laut LWK NRW aber unbedingt die Aufwandmenge anpassen.

In sehr späten Saaten, die jetzt erst mit dem Schossen beginnen, könne bis BBCH 31 noch mit 0,2 bis 0,5 l/ha CCC solo nachgefahren werden. In Spätsaaten sollte vorsichtiger gekürzt werden, diese erreichen nie die Halmlänge wie Früh - bzw. Normalsaaten.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Agrarwetter.

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