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DBV-Ernteergebnisse 2016

Gerstenernte: Kleine Körner mit geringem Gewicht

DBV/Katharina Krenn/agrarheute
am
21.07.2016

Die Gerstenernte neigt sich dem Ende zu. Die ersten Druschergebnisse sind ernüchternd. Im Bundesdurchschnitt ist ein Hektarertrag von 6,7 Tonnen zu erwarten.

Wegen der unbeständigen Witterungsbedingungen musste die Gerstenernte aber immer wieder unterbrochen werden. Mehr als drei Viertel der Wintergerstenfläche in Deutschland wurden bisher gedroschen, regional konnte die Ernte sogar nahezu abgeschlossen werden. In den Höhenlagen, Küstenregionen und mit Schleswig-Holstein der äußerste Norden Deutschlands sind die Landwirte noch am Ernten.

Viel Niederschlag, wenig Sonne

Die Vegetationsbedingungen waren weit weniger zuträglich als dies im Vorfeld der Ernte zu erwarten war. So führten die hohen Niederschlagsmengen im gesamten Westen Deutschlands in Verbindung mit einer zu geringen Sonneneinstrahlung zur Ausbildung von kleinen Körnern mit einem geringen Eigengewicht mit Hektorlitergewichten von weniger als 60 Kilogramm. Das geht aus dem ersten Erntebericht des Deutschen Bauernverbands hervor.

13 Prozent weniger Ertrag als 2015

Im Bundesdurchschnitt lassen die Druschergebnisse einen Hektarertrag von 6,7 Tonnen Wintergerste erwarten. Gegenüber dem sehr guten Vorjahresergebnis (7,7 Tonnen) entspricht dies einem Rückgang von knapp 13 Prozent, gegenüber dem fünfjährigen Durchschnitt (6,9 Tonnen) einer Ertragsminderung von 3 Prozent.

Somit ist von einer Wintergerstenernte in Höhe von 8,6 Millionen Tonnen (2015: 9,6 Millionen Tonnen) auszugehen. Damit läge die Erntemenge gut 4 Prozent über dem fünfjährigen Durchschnitt, was auf die Ausweitung der Wintergerstenfläche gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen Jahre zurückzuführen ist.

Regional hohe Einbußen

Auch die Auswinterungsschäden in Mecklenburg-Vorpommern und die im Nordosten Deutschlands trockenen Wachstumsbedingungen im Frühjahr haben die Hektarerträge hinter die Erwartungen zurückfallen lassen.  Ertragseinbußen von 20 Prozent bis zu 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresergebnis sind die Folge. Die Erntearbeiten selbst wurden durch Lagergetreide, Unkrautdurchwuchs und Zwiewuchs erschwert.

Erzeugerpreise auf niedrigem Niveau

Die Erlössituationen der Ackerbaubetriebe und damit deren wirtschaftliche Lage verschlechtern sich durch die deutlich hinter den Mengenerwartungen zurückgebliebenen Hektarerträge und durch sinkende Erzeugerpreise, die durch das in der Erntezeit steigende Angebot verursacht werden. Bereits zu Beginn der Ernte waren die Erzeugerpreise auf niedrigerem Niveau als im Vorjahr.

Laut DBV-Bericht liegt der Erzeugerpreis für eine Tonne Wintergerste je nach Region im Bereich von 105 Euro bis 120 Euro (Vorjahr: 150 Euro). Die weitere Preisentwicklung werde maßgeblich vom Aufkommen an Futtergetreide in Deutschland und Europa und somit auch von der Qualität der Weizenernte abhängen.

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