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Wissenschaft

Gestresste Pflanzen machen Ultraschallgeräusche

Dürre im Maisbestand
am Montag, 23.12.2019 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Pflanzen erzeugen unter erhöhtem Stress offenbar Ultraschallgeräusche. Laut Forschern könnten die Signale künftig im Precision Farming eine Rolle spielen.

Laut dem Wissenschaftsmagazin "New Scientist" haben Forscher der Universität Tel Aviv in Israel belegt, dass Pflanzen Ultraschallgeräusche von sich geben, wenn sie unter Stress stehen. Die Wissenschaftler um Itzhak Khait haben in ihrer Untersuchung zum ersten Mal Geräusche von Tomaten- und Tabakpflanzen zum Beispiel mit Wassermangel aufgenommen.

Für Menschen liegen die Laute jedoch außerhalb des hörbaren Bereichs. Laut dem Forscherteam könnte dieser Nachweis ein ganz neues Feld im Bereich Precision Farming eröffnen, in dem Landwirte den Geräuschen von beispielsweise Dürre-geplagten Pflanzen zuhörten.

"Insekten und manche Säugetiere können die Geräusche hören"

Die Geräusche wurden mit Mikrofonen aufgenommen, die 10 Zentimeter von den Pflanzen entfernt waren. Dabei nahmen die Wissenschaftler Ultraschallgeräusche im Bereich von 20 bis 100 Kilohertz auf. Die Forscher nehmen sogar an, dass Insekten und manche Säugetiere diese Laute aus bis zu fünf Metern Entfernung hören können. Daraus folgern sie, dass eine Motte zum Beispiel nach den Geräuschen entscheidet, ihre Eier nicht in einer wassergestressten Pflanze abzulegen.

Je nach Art des Stresses unterschiedliche Töne

Die Forscher konnten sogar die Art des Pflanzenstresses anhand der Geräusche bestimmen. Sie entwickelten ein Modell, das unterscheiden konnte, ob der Stress von Wind, Regen, Trockenheit oder etwa einem Schnitt ausgelöst worden war. Die Töne variierten dabei in Intensität und Frequenz. Trockener Tabak mache dabei zum Beispiel "lautere Geräusche" als Tabak, der gerade geschnitten werde. Mittels Hohlraumbildung sollen die Pflanzen die Geräusche angeblich erzeugen. 

Achtung: Diese Pflanzen sind für Weidetiere giftig

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