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Getreide

Getreide: Ernteschätzung nach unten revidiert

von , am
13.12.2010

Brüssel - Die letzte EU-Getreideernte ist noch geringer ausgefallen als bislang veranschlagt. Das zeigen die jüngsten Schätzungen. Ihnen zufolge sinkt die EU-Gesamterzeugung auf 274,6 Millionen Tonnen Getreide.

© Mühlhausen/landpixel

Die Europäische Kommission stellte am vergangenen Donnerstag im zuständigen Verwaltungsausschuss neue Zahlen vor. Danach sank die verwendbare EU-Gesamterzeugung auf 274,6 Millionen Tonnen Getreide, noch einmal 3,4 Millionen Tonnen weniger als im September erwartet.

COPA/COGECA rechnen mit 277,4 Millionen Tonnen

Die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) liegen mit 277,4 Millionen Tonnen nur leicht darüber. Davon entfallen nach den Berechnungen der Branchenvertreter EU-weit 126,5 Millionen Tonnen auf Weichweizen, 55,5 Millionen Tonnen auf Mais und 55,0 Millionen Tonnen auf Gerste.

COCERAL gehen von 289,2 Millionen Tonnen aus

Der EU-Dachverband des Getreide- und Futtermittelhandels (COCERAL) rechnet mittlerweile - deutlich optimistischer - mit einem Gesamtaufkommen von 289,2 Millionen Tonnen. Das wären allerdings trotzdem rund 20 Millionen Tonnen weniger als 2009/10. Im Einzelnen sollen laut COCERAL 131,3 Millionen Tonnen Brotweizen, 53,4 Millionen Tonnen Gerste und 65,5 Millionen Tonnen Mais von den Äckern geholt worden sein.

Stabile Getreideflächen erwartet

COPA/COGECA erwarten für das kommende Jahr stabile Getreideächen von rund 56,7 Millionen Hektar. Die Kommission wiederum veranschlagt zwar gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme der EU-Aussaatächen für Winterweizen um zwei Prozent. Gleichzeitig sehen die Brüsseler Experten aber eine Abnahme der Wintergerstenäche um drei Prozent. Die Aussaat von Hartweizen soll gar um 8,5 Prozent einbrechen.

Getreidepreise steigen

Ferner berichtete die Kommission, die Preise seien allgemein gestiegen: Weizen in der EU sei zuletzt mit 240 Euro je Tonne (Euro/t) gehandelt worden; das seien nicht nur 25 Euro mehr als zwei Wochen zuvor gewesen, sondern auch der bislang höchste Preis in diesem Wirtschaftsjahr. Der Preis für EU-Gerste belaufe sich auf 200 Euro/t, im Zwei-Wochen-Vergleich ein Anstieg um 14 Euro/t.

Sorge um Ernte in Australien

Hauptgrund für die Zunahme der Preise sei die Sorge um die Ernte in Australien aufgrund starken Regens. Unterdessen akzeptierte die Kommission am Donnerstag im Rahmen des Abverkaufs von Interventionsgetreide Gebote über insgesamt annähernd 427.500 Tonnen Gerste. Aus den Marktordnungsbeständen in Deutschland wurden dabei knapp 242.900 Tonnen zu einem Mindestpreis von 185 Euro/t zugeschlagen. Die Interventionsbestände beliefen sich zuletzt insgesamt auf 5,34 Mio t Getreide. (AgE)

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