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Pflanzenbau-Ratgeber

Getreide: Die letzten Behandlungen stehen an

Winterweizen in der Blüte
Weigand Schenkel Lechermann/LfL Pflanzenschutz
am
09.06.2017

In späten Weizen- und Sommergerstenbeständen stehen die Abschlussbehandlungen bevor. Das Wetter sorgt für einen weiterhin hohen Infektionsdruck.

Wie die LfL Bayern schreibt, ist seit Ende Mai der Infektionsdruck in den Getreidebeständen hoch. Grund ist nach Angaben der Pflanzenschutzexperten ein steter Wechsel von Tiefdruckgebieten mit lokal ergiebigen Regenmengen und strahlungsreichen sommerlich warmen Hochdruckphasen.

Da aktuell, je nach Bodengüte und lokaler Regenmenge, meist von einer normalen und nicht durch Trockenheit beschleunigten Abreife auszugehen sei, werde auch die Dauerwirkung der abschließenden Fungizidmaßnahmen wieder zum Tragen kommen. Denn insbesondere der zuletzt deutlich zunehmende Pilzbefall in den bislang unbehandelten Monitoringflächen zeigt, dass auch 2017 mit einem späten Krankheitsdruck zu rechnen sei, der die Erträge und Qualitäten ohne ausreichenden Schutz noch entscheidend beeinflussen kann.

Aufgrund des insgesamt wesentlich geringeren Ausgangsbefalls sind allerdings deutlich niedrigere Ertragseffekte zu erwarten als dies zuletzt im Starkbefallsjahr 2016 der Fall war.

Winterweizen: Letzte Absicherungsmöglichkeit nutzen

Zur Bekämpfung von Ährenfuriosen oder Braunrost sind viele Weizenfungizide bis zum Ende der Blüte (BBCH 69) zugelassen. Insbesondere bei schlagspezifischem Fusariumrisiko (Maisvorfrucht, Ernterückstände auf der Bodenoberfläche, fusariumanfällige Sorte) sollte diese letzte Absicherungsmaßnahme auch genutzt werden, denn Regen und Temperaturen über 20 °C in der infektionskritischen Zeitspanne bis zum Ende der Blüte sprechen auch in diesem Jahr wieder für ein erhöhtes Infektionsrisiko auf solchen Flächen.

  • Treffen mehrere Risikofaktoren zusammen, werden von der LfL Bayern Regelaufwandmengen von Osiris, Prosaro/Sympara, Input Classic, Soleil, oder Proline + DON-Q, ohne Carboxamidvorbehandlung auch von Skyway Xpro empfohlen.
  • Eine gute Grundabsicherung gegen Fusarium ist dagegen möglich mit Ampera, Caramba, Ceralo, Fezan, Folicur, Helocur oder Pronto Plus. Sämtliche Produkte sind auch ausreichend roststark.
  • Soll, bei stärkerem Septoria-Befall, mit der Ährenbehandlung die Schutzwirkung der oberen Blätter gegen letzte Infektionen ergänzt werden, eignen sich dafür die erstgenannten Produkte, mit Ausnahme von Soleil.
  • Vor allem in manch dichten Beständen oder bei anfälligen Sorten hält sich weiterhin der Mehltau. Unter den Fusariumpräparaten bringen hier Input Classic, Ceralo oder Pronto Plus die stärkste Mehltauwirkung.

Sommergerste: Ramularia-Schutz nicht vergessen

Bei der Sommergerste endet mit dem Beginn der Blüte (BBCH 61) die Möglichkeit Fungizide einzusetzen. Neben den frühen Schwellenüberschreitungen bei Mehltau zeigen laut LfL Bayern die unbehandelten Monitoringflächen seit der letzten Woche, ebenso wie die ersten Proben vom Dienstag, nun auch ersten bekämpfungswürdigen Befall mit Netzflecken und Zwergrost.

  • Neben diesen „klassischen“ Schadpilzen sollte eine abschließende Behandlung stets eine ausreichende Wirkung gegen die späten Ramularia-Sprenkelnekrosen aufweisen. In den Mischungen ist daher konsequent auf den Zusatz des Kontaktwirkstoffes Chlorthalonil (in Credo oder Amistar Opti) zu achten.
  • Die bei der Wintergerste üblichen Aufwandmengen lassen sich bei Behandlungen ab dem Grannenspitzen (BBCH 49) um etwa 20 bis 30 Prozent reduzieren.

Die Pflanzenproben sind laut LfL Bayern aus Praxisschlägen entnommen. Die Ergebnisse sollen die Befallssituation regional bewerten, können jedoch nicht die Kontrolle auf dem Einzelschlag ersetzen. Im Internet können die bayerischen Landwirte die Befallssituation von 74 Winterweizen-, 25 Sommergerstenschlägen sowie einem Dinkelschlag abrufen.

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