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Lagerhygiene

Getreide: So lagern Sie schädlingsfrei

Hand mit Getreide
© agrarfoto
von am
10.11.2017

Zu feucht, zu warm: Ideale Voraussetzungen für eine Schädlingsvermehrung im Lager. Wie Sie Befall vorbeugen und was Sie tun, wenn es im Getreide doch krabbelt.

Eingelagertes Getreide sollte regelmäßig auf Temperatur und Feuchtigkeit geprüft werden. Erhöhte Temperaturen im Getreidelager können die Entwicklung von Schädlingen beschleunigen.

Besonders bei feucht eingelagerten Partien besteht das Risiko, dass sich Milben vermehren. Sorgfältige Kontrollen und Messungen mit einer Temperatursonde in unterschiedlichen Schichten sind daher ratsam.

Die Mittel dürfen oft nur einmal im Lager eingesetzt werden. Daher ist der Vorratsschutz gut zu planen. Es wird empfohlen, nicht vorbeugend, sondern nur gezielt bei festgestelltem Befall zu behandeln.

Belüftung mit kalter Luft reduziert die Temperatur und entzieht Feuchtigkeit. Kalte Bedingungen hemmen zudem die Entwicklung der Schädlinge im Lager. Wird Befall festgestellt, kann er während des Umlagerns bekämpft werden.

Dafür stehen diese MIttel zur Verfügung:

  • Actellic 50 (ausgenommen: Mais, Roggen, Buchweizen),
  • K-Obiol EC25
  • Silico-Sec

Die Zulassung von Actellic 50 endete am 31.10.2016 (Aufbrauchfrist für Restmengen bis 30.04.2018).

Actellic 50

Actellic 50 wird gegen Insekten mit 8 ml in 5 l Wasser je t Getreide während des Umlagerns auf den Fördergutstrom gespritzt. Das darf nicht mit handgeführten Geräten erfolgen. Nur ein Teil der Getreidekörner muss dabei direkt von dem Mittel getroffen werden. Durch das Vermischen beim Umlagern und die Wirkung des Mittels über die Dampfphase im Lager ist ein guter Bekämpfungserfolg gewährleistet.

Die Wirkung lässt sich verbessern, wenn das Getreide nach der Behandlung einige Zeit mit einer Plastikfolie abgedeckt wird. Eine oberflächliche Behandlung ohne Umlagern und Vermischen wirkt nicht!

Innerhalb von 48 Stunden nach der Behandlung darf das Getreide weder umgelagert noch belüftet werden. Es ist nur eine Anwendung zulässig. Deshalb ist die Behandlung dem Käufer mitzuteilen.

K-Obiol EC25

K-Obiol EC25 wird ebenso bei einer Umlagerung eingesetzt. Es wirkt gegen außerhalb der Körner befindliche Insekten, also Larven, erwachsene Käfer und Motten.

Die Wirkungsdauer hängt von der Aufwandmenge ab:

  • 10 ml in 990 ml Wasser je t Getreide wirken 6 Monate,
  • 20 m l in 980 ml Wasser je t Getreide bis zu einem Jahr.

Es ist maximal eine Anwendung zulässig.

Silico-Sec

Das Stäubemittel Silico-Sec kann gegen vorhandenen Befall von Milben (nur Befallsminderung) und Insekten beim Umlagern von Hand oder mit einem Dosiergerät in das Getreide eingemischt werden.

Dieses Mittel enthält fein vermahlenen Silikatstaub von fossilen Kieselalgen (Kieselgur) . Es wirkt austrocknend und damit abtötend auf die Schädlinge.

Aufwandmenge:

  • vorbeugend: 1 kg/t oder
  • zur Bekämpfung von festgestelltem Schädlingsbefall 2 kg/t.

Wegen Staubentwicklung und Kornverfärbung sollte der Einsatz mit dem Abnehmer abgesprochen werden. Auch Silico-Sec darf nur einmal in derselben Getreidepartie angewendet werden.

Mit Material von Pflanzenschutzdienst Stuttgart

Getreideernte: So wird das Lager nicht zum Nadelöhr

Getreideernte
Landwirte, die vor der Ernte in einen größeren Mähdrescher oder Überladewagen investiert haben, wissen, wie schnell man im Lager "zugeschüttet" wird. Daher sollte auch die Annahme optimiert sein. Dabei kann auch der Mähdrescherfahrer helfen, indem er den Lageristen über Telefon oder Funk informiert, wann Partien mit höherer Kornfeuchte kommen. Der Lagerist weiß so schon im Voraus, welche Fuhren auf den Haufen und welche auf die Belüftung kommen. © agrarfoto.com
Teleskoplader im Getreide
Bei Stau an der Gosse oder im Flachlager kann man zwischenzeitlich auf eine Betonplatte abkippen. Das später nochmalige Umschlagen ist wesentlich günstiger als der Stillstand des Mähdreschers. Deshalb ist bereits vor der Ernte das Zwischenlager vorzubereiten. Denn nicht das Wasser, das auf den Stapel läuft ist schädlich, sondern jenes, das unter den Stapel läuft. © Feiffer consult
Getreidezug im Lager
Die Freifläche dient zugleich als Trocknung. Kommt feuchtes Getreide an warmen Tagen mit 20 % vom Feld, wird es auf der Betonplatte warm und fängt an zu schwitzen. Die Feuchte tritt an die Oberfläche und trocknet dann beim Belüften im Lager schneller. © Feiffer consult
Teleskoplader im Getreidelager
Eine weitere Regel in der Getreideannahme ist, dass der Lader das Lager verlässt, sodass der Abfahrer sofort hineinfahren kann und nicht warten muss. © Feiffer consult
Getreide abkippen
Außerdem wird der Anhänger nach dem Abkippen erst draußen wieder zugemacht. So hat der Lagerist genügend Zeit zum Hochschieben. © Feiffer consult
Getreidegosse
Die Gosse sollte so dimensioniert sein, dass die Menge eines Schlepperzuges hineinpasst, ohne dass nachgeschoben werden muss. Außerdem sollte die Förderleistung der Mähdrescherleistung entsprechen. Die angegebene Nennleistung kommt dabei meistens nur im Idealfall zustande, mit Abstrichen von etwa 30 % ist zu rechnen. © Feiffer consult
Weizen abtanken
LKW oder Schlepper? Auf größeren Betrieben, wo mehrere Drescher in Verbindung mit Überladewagen gleichzeitig im Einsatz sind, setzt sich immer mehr der Straßentransport mit dem LKW durch. © agrarfoto.com
LWK bei der Getreideannahme
Die Vorteile liegen auf der Hand: LKWs sind reine Transportfahrzeuge, etwa ein Drittel schneller, haben eine höhere Nutzlast und verbrauchen weniger Kraftstoff. So hat ein 40 Tonnen LKW etwa die gleichen Kosten wie ein Schlepperzug mit zwei 16 Tonnen Anhängern. © agrarfoto.com
Stoppelbearbeitung
Zudem binden LKWs keine Schlepper für die bevorstehende Bodenbearbeitung und Bestellung. © agrarfoto.com
Besprechung auf Getreidefeld
Ist man im Betrieb auf Speditionen angewiesen, wird es meistens schwieriger. Die Planbarkeit ist schlechter, die Verfügbarkeit seitens der Spedition unsicherer und die Flexibilität nicht sehr hoch. Die LKW-Fahrer müssen in der Regel eingewiesen werden, da sie Wege und Felder nicht kennen und auch mit der Abfuhrlogistik nicht vertraut sind. Für die Fahrt ins eigene Flachlager sind LKWs darüber hinaus aufgrund der Abkipphöhe eher ungeeignet. © agrarfoto.com
Unimog beim Getreidetransport
LKWs brauchen ebenes und möglichst abschüssiges Gelände, um beladen wegzukommen. Der Boden sollte zudem tragfähig sein, ein festgefahrener, beladener LKW ist ohne Schäden kaum wieder herauszuziehen. Deswegen: LKWs gehören nicht auf den Acker, sie sind reine Straßenfahrzeuge. © agrarfoto.com
Xerion mit Überladewagen
Bei der Frage LKW oder Schlepper gibt es keine Patentlösung. Die betriebliche Situation muss betrachtet und eine Kosten-Nutzen-Rechnung für die Verfahren erstellt werden. So setzt man auf Gut Derenburg in Sachsen-Anhalt beispielsweise zur Hälfte auf LKW. Die Schlepper benötigt man unter anderem beim Vorgewende. Die Schläge sind sehr groß und beim Anmähen fährt ein Schlepperzug hinter dem Mähdrescher-Umladewagen Gespann her, weil der Rückweg für einen LKW bei ungünstigem Schlagzuschnitt mitunter über 5 km betragen kann. © agrarfoto.com
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