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Pflanzenschutz

Getreidebeizen: Empfohlene Mittel für 2018

Gebeizter Gerstenkeimling
am Montag, 17.09.2018 - 11:23 (Jetzt kommentieren)

Beizung ist seit einiger Zeit in Verruf geraten. Dabei gehört sie zum umweltschonendsten Pflanzenschutz. Hier die aktuellen Universal- und Spezialbeizen.

Umfassender Beizschutz von Getreide schont die Umwelt und sichert einen gesunden Feldaufgang und die Überwinterung der Pflanzen. Verschiedene samen- und bodenbürtige Schaderreger lassen sich durch eine Beizung ausschalten. Vor allem bei eigenem Nachbau ist eine wirkungsvolle Beize unverzichtbar.

Krankheiten wie der Weizensteinbrand (Tilletia caries) und der Zwergsteinbrand (T. controversa) sind immer noch von Bedeutung. Zur Bekämpfung von Zwergsteinbrand eignet sich nur Landor CT.

Eigener Nachbau ohne ausreichenden Schutz und Schmalspurbeizen fördern das Auftreten samenbürtiger Erkrankungen. Dadurch haben auch Brandkrankheiten wieder zugenommen. Beim Nachbau sollten Sie den Steinbrandsporenbesatz am Korn mittels Labortests ermitteln.

Vor Klimastress schützen

Unter Stress, wie in der vergangenen Vegetationsperiode, kann örtlich die Typhulafäule vor allem in der Wintergerste auftreten und größere Pflanzenausfälle verursachen.

Auch Schneeschimmel (Microdochium nivale) trat nicht nur in den Vorgebirgs- und Gebirgsregionen stärker in Erscheinung und führte zur Reduktion der Bestandsdichten.

In Befallsregionen sollte deshalb Baytan 3 gegen Typhulafäule zur Anwendung kommen. Die Beizen Landor CT, Rubin TT und Zardex G weisen eine Nebenwirkung auf.

Frühen Blattbefall verhindern

Durch zeitige Aussaattermine können Blattkrankheiten bereits verstärkt im Herbst auftreten. Beizen mit Nebenwirkungen können den Frühbefall von Blattkrankheiten eindämmen.

Gegen Schwarzbeinigkeit in Weizen und Triticale steht für die kommende Aussaat Latitude und neu Latitude XL mit erweiterter Zulassung in Gerste zur Verfügung. Diese Mittel sollten mit einer breit wirksamen Fungizidbeize kombiniert werden.

Caboxamide ohne Zusatzvorteil

Mit Baytan 3 war zur Aussaat 2017 erstmals eine Getreidebeize mit einem geringen Anteil eines Carboxamidwirkstoffs auf dem Markt. In den bisherigen Ringversuchen zeigten die getesteten carboxamidhaltigen Beizen in den meisten Fällen keine nachhaltige Wirkung auf die auftretenden Blattkrankheiten.

Im Vergleich zu den Standardbeizen gab es in der Ertragsabsicherung keine statistisch gesicherten Unterschiede. Es konnten damit keine zusätzlichen Vorteile festgestellt werden.

Abgelaufene Zulassungen beachten

Reste der Fungizidbeize Baytan Universal und der Insektizidbeize Contur Plus dürfen zur Aussaat 2018 noch angewendet werden.

In Spätsaaten, die durch die Brachfliege gefährdet sind, kann Contur Plus (im Handel als Contur Plus Inteco Pack) wahrscheinlich letztmalig angewendet werden. Die Zulassung ist bereits abgelaufen, die Aufbrauchsfrist besteht noch bis 30. Juni 2019.

Damit gebeiztes Saatgut ist bis spätestens acht Wochen nach dem Beizen auszusäen, da es sonst zu Auflaufverzögerung und Wirkungsminderung kommen kann. Ein gut rückverfestigtes Saatbett mindert die Schäden durch die Larven der Brachfliege.

Gegen virusübertragende Blattläuse oder Zikaden gibt es keine insektizide Beizmöglichkeit. In Deutschland ist die Einfuhr und Aussaat von mit Neonicotinoiden gebeiztem Getreidesaatgut verboten.


Mehr zum Thema sowie eine Mittelübersicht finden Sie in der aktuellen Ausgabe September 2018 von agrarheute Pflanze + Technik.

Mit Material von Elke Weiske, LfULG Sachsen
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