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Getreide

Getreideernte offiziell eröffnet

von , am
05.07.2012

Im brandenburgischen Fehrbellin hat der Präsident des Deutschen Bauenverbandes, Joachim Rukwied, die Ernte offiziell eröffnet. Die Ertragserwartungen sind aufgrund der ungünstigen Witterungsbedigungen eher Mittelmaß.

© Serfling
Es ist fast schon Tradition, dass der Startschuss für die Ernte in Brandenburg fällt. Zum sechsten Mal fuhren hier die Mähdrescher medienwirksam in die Wintergerste, um die Ernte in Vertretung für ganz Deutschland zu eröffnen. Für Joachim Rukwied war es der erste offizielle Termin, der ihm sichtlich Freude bereitete. Zusammen mit DBV-Vizepräsident Udo Folgart, erläuterte Rukwied im brandenburgischen Fehrbellin die Aussichten für die jetzt beginnende Getreideernte 2012 in Deutschland.

Lückige und dünne Bestände

Durch die teilweise ungünstigen Witterungsbedingungen seit der Aussaat im Herbst letzten Jahres seien Wachstum und Entwicklung bei Getreide und Ölsaaten nicht optimal verlaufen, stellte Rukwied fest. Der harte Frost im Februar hätte bei dem gut entwickelten Wintergetreide zu teils erheblichen Schäden und Auswinterungsverlusten geführt, besonders dort, wo die Pflanzen nicht durch eine Schneedecke geschützt waren. Umbruch der Feldbestände und eine Neuansaat mit ertragsschwächerem Sommergetreide seien die Folge gewesen.
 
Die Einschätzungen für die diesjährige deutschlandweite Getreideernte sind eher verhalten. Rukwied sprach von mittelmäßigen Ertragserwartungen, die regional allerdings stark varieren. "Die gesamten Getreidebestände sind eher lückig und dünn. Die Anzahl der Ähren tragenden Halme deutlich reduziert."

Weniger Anbaufläche durch Auswinterungen

Die Pressekonferenz zum Erntestart fand draußen auf dem Feld statt. v.l.n.r.: Hellmuth Riestock, Betriebsleiter der Rhinmilch GmbH Agrargesellschaft Fehrbellin, Joachim Rukwied, DBV Präsident, Michael Lohes, Pressesprecher DBV, Udo Folgart,Präsident des LBV und DBV Vizepräsident und Sven Deter Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Ost Prignitz. © Serfling
Infolge der Auswinterungen liegt die Anbaufläche für Winterweizen zur Ernte 2012 bei nur knapp 2,9 Millionen Hektar gegenüber 3,2 Millionen Hektar im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang von fast zehn Prozent. Ursprünglich hatten die Landwirte im Herbst 2011 die Weizenanbaufläche sogar um zwei Prozent ausgedehnt. Das sehr trockene Frühjahr 2012 mit nur gut 50 Prozent der sonst üblichen Niederschlagsmengen habe die Getreidepflanzen weiter in eine Stresssituation gebracht. Gerade in dieser für die Ertragsentwicklung so bedeutenden Phase wäre eine gute Wasserversorgung besonders wichtig gewesen.
 
Die Niederschläge im Juni konnten das Ertragsniveau zwar teilweise noch beeinflussen. Der Bauernverband erwartet aber einen Winterweizen-Ertrag von etwa sechs Prozent unterhalb des langjährigen Mittelwertes (2005 – 2010) von 7,5 Tonnen pro Hektar, was dem niedrigen Vorjahresniveau entsprechen würde.

Brandenburg will zwei Millionen Tonnen ernten

Bei der Wintergerste habe es frostbedingt eine verringerte Anbaufläche von nur noch eine Million Hektar gegeben. Die Ertragserwartungen dürften bei rund 6,5 Millionen Tonnen liegen. Würde es sich um eine normale Ernte handeln, würden wir mit ungefähr neun Millionen Tonnen rechnen.
 
Für Brandenburg rechnet der Landesbauernverband mit ungefähr 50 Dezitonnen pro Hektar. Im Vergleich zum Vorjahr, was auch schon kein gutes war, ist das ein Rückgang um ein Prozent. Für das Land Brandenburg geht der Landesbauernverband von einer Getreideernte von zwei Millionen Tonnen aus. Damit würde die Ernte 200.000 Tonnen über dem Vorjahr liegen. Im Durchschnitt der letzten sieben Jahre sind es allerding rund 400.000 Tonnen weniger.
 
In diesem Jahr war die Rhinmilch GmbH Agrargesellschaft Fehrbellin mit Betriebsleiter Hellmuth Riestock Gastgeber für den DBV und die Vertreter der Presse.

Weitere Ergebnisse und Informationen der Presskonferenz erfahren Sie morgen auf agrarheute.com in unserer Rubrik Pflanze...


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