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Getreide

Getreideernte um acht Prozent geringer als im Vorjahr

von , am
10.09.2010

Wien - Laut Statistik Austria geht man in Österreich von einer Getreideernte in Höhe von 2,7 Millionen Tonnen (ohne Körnermais) aus, was einem Minus von acht Prozent zum durchschnittlichen Vorjahresergebnis entsprechen würde.

© agrarfoto.com

Das langjährige Mittel dürfte demnach um sieben Prozent unterschritten werden. Waren die ersten Prognosen im Juni noch sehr optimistisch, so wurden die Auswirkungen der viel zu kühlen Witterung im späten Frühjahr, verbunden mit hohen Niederschlagsmengen, erst jetzt in vollem Ausmaß ersichtlich.

Die im Juli anschließende Hitzewelle beeinträchtigte zusätzlich eine normale Entwicklung der Kulturen und induzierte partiell eine verfrühte Kornreife.

 

Wintergetreide: Menge um sieben Prozent geringer

Bei Wintergetreide wird mit einer Produktion von 2,2 Millionen Tonnen (Minus sieben Prozent zu 2009) gerechnet. Im Bereich Sommergetreide wirkten sich die schlechten Witterungsverhältnisse im Mai und Juni stärker aus. Verbunden mit einer deutlichen Flächenreduktion wird deshalb die erwartete Erntemenge auf nur 503.700 Tonnen (-13%) geschätzt. Brotgetreide (Weizen, Roggen, Wintermenggetreide) dürfte mit einer Erzeugung von 1,6 Millionen Tonnen um fünf Prozent unter dem Vorjahr notieren, was im Bereich des langjährigen Durchschnitts liegen würde (-1%). Davon könnten 1,5 Millionen Tonnen auf Weizen (-4% gegenüber 2009) und 162.900 Tonnen auf Roggen (-11%) entfallen. Bei Weichweizen (inklusive Dinkel) wird sich die Erntemenge voraussichtlich auf 1,4 Millionen Tonnen (-5%) belaufen. Für Hartweizen hingegen gehen die Ernteprognosen von überraschend guten Hektarerträgen aus, was sich, verbunden mit einer leichten Flächenausweitung, in einer Produktion von 74.700 Tonnen (+12%) zu Buche schlagen könnte.

Futtergetreide: Menge auf reduzierter Anbaufläche um 13 Prozent geringer

Bei Futtergetreide (ohne Körnermais) wird auf reduzierter Anbaufläche (-6%) mit einer Produktion von 1,1 Millionen Tonnen gerechnet. Das wären um 13 Prozent weniger als im Vorjahr, das langjährige Mittel würde deutlich unterschritten (-15%). Bei Gerste wird sowohl die schlechtere Ertragslage als auch die erhebliche Flächenreduktion für die geringeren Ernteaussichten von 721.500 Tonnen (-14%) verantwortlich gemacht. Auch bei Triticale stand weniger Anbaufläche zur Verfügung; die Menge wird sich voraussichtlich auf 220.600 Tonnen (-13%) belaufen.

Gesamte Getreideernte wird 4,4 Millionen Tonnen ausmachen

Körnermais dürfte auf nahezu unveränderter Kulturfläche nach drei ertragsstärkeren Jahren erstmals wieder eine kleinere Erntemenge von 1,7 Millionen Tonnen erbringen (-12%), damit aber immer noch im Bereich des Zehnjahresmittels liegen (-1%). Die gesamte Getreideernte wird sich somit voraussichtlich auf 4,4 Millionen Tonnen (-10%) belaufen. Auch die Produktion von Silomais (inklusive Grünmais) dürfte mit 3,5 Millionen Tonnen (-6%) im durchschnittlichen Rahmen ausfallen (+2%). Bei Sonnenblumen wird eine überdurchschnittlich hohe Ernte von 75.400 Tonnen (+6% im Vergleich zu 2009) erwartet. Die Anbaufläche für Sojabohnen wurde erneut deutlich ausgeweitet (+35%), wodurch eine Produktion von 96.200 Tonnen (+35%) erzielt werden könnte. Auf rückläufiger Fläche (-11%) wird die Menge an Körnererbsen den Prognosen zufolge mit 32.500 Tonnen um sieben Prozent unter dem Vorjahr liegen. Bei Spätkartoffeln dürfte die Ernte ebenfalls nur eine unterdurchschnittliche Menge erbringen und mit 331.000 Tonnen um zwei Prozent niedriger ausfallen als im vergangenen Jahr. (aiz)

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