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Getreide

'Getreideernteerlös deckt Kosten nicht'

von , am
25.08.2009

Linz - "Jetzt, wo sich die neuen Getreidepreise dieser Saison herauskristallisieren, entsteht bei den Getreidebäuerinnen und -bauern zu Recht große Enttäuschung", so der oberösterreichische Agrarlandesrat Josef Stockinger.

© microimages/Fotolia

"Das Wetter mit starken Niederschlägen hat letztlich einen Strich durch die Ernterechnung gemacht. Nur wenige Erzeuger konnten heuer Brotgetreide in üblicher Qualität ernten und werden dafür 110 Euro pro Tonne erlösen.

Das ist ein Drittel weniger als im Vorjahr. Mit elf Cent pro Kilo Brotgetreide sind Arbeit und Produktionskosten kaum abgedeckt ", berichtet der oberösterreichische Agrarlandesrat Josef Stockinger.

 

Ernte musste wetterbedingt unterbrochen werden

Der weitaus größere Teil der Getreideernte habe heuer witterungsbedingt immer wieder unterbrochen werden müssen, was die Bestände letztlich zu billigerem Futtergetreide abgewertet habe. Dafür zahlten die Käufer dann auch weniger, nämlich etwa 90 Cent pro Tonne. "Die Erlöse der Ernte decken die Produktionskosten nicht. 2009 wird damit zum einkommenspolitisch schwierigsten Bauernjahr seit dem EU-Beitritt. Bei den Milch- und Getreidebauern klafft in der heurigen Einkommenssituation ein riesiges Loch", so Stockinger, der in der Energieproduktion eine Chance sieht, ein zweites Standbein aufzubauen.

Zweites Standbein Energieproduktion

"All jene, die noch vor einem Jahr die Agrarpolitik wegen des Einstiegs in die Energiepolitik kritisiert und den Bäuerinnen und Bauern vorgeworfen haben, dass sie die Lebensmittel somit verknappen wollen, müssen jetzt eigentlich bei der Landwirtschaft Abbitte leisten ", sagt der Landesrat. "Dieses zweite Standbein ist nicht nur eine Notwendigkeit, sondern eine moderne Bauernbefreiung aus der Geiselhaft der internationalen Liberalisierer, die nur in Niedrigpreisen ihr spekulatives Interesse haben und denen die Zukunft der Landwirtschaft und die Existenz einer bäuerlichen Agrarkultur mit ihren Familienbetrieben offensichtlich egal sind ", ärgert sich Stockinger.

Er warnt vor einer gesellschaftlichen Entwicklung, bei der die Bäuerinnen und Bauern mit ihrem Einkommen auf der Strecke bleiben und letztlich kein Auskommen mehr haben. (aiz)

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