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Getreideschädlinge

Getreidehähnchen: Larvenbefall behandeln oder nicht?

Fensterfraß durch die Larve des Getreidehähnchens
am Mittwoch, 27.05.2020 - 06:03 (Jetzt kommentieren)

Aktuell ist wieder vermehrt der typische Fensterfraß vom Getreidehähnchen zu beobachten. Unsere Tipps, wie Sie darauf reagieren.

Seit einigen Wochen sind im Wintergetreide wieder vermehrt Getreidehähnchen zu beobachten. Der Käfer selbst verursacht kaum nennenswerten Fraßschaden, zumal er ständig den Fraßort wechselt.

Der Reifefraß des Käfers ab Anfang Mai ist recht kurz. Typisch für den Käferfraß sind langgestreckte Löcher zwischen den Blattrippen: Zunächst an Wintergerste, dann am Weizen und später – vor allem das Blaue Getreidehähnchen – am Sommerweizen.

Larven verursachen typischen Fensterfraß

Starker Befall mit Getreidehähnchen in Winterweizen

Der Schaden geht vor allem von den Larven aus. Sie verursachen ab Anfang Juni den typischen streifenförmigen Fensterfraß an den Getreideblättern. Die Tiere nagen die Zellschichten zwischen den Blattadern bis auf die Epidermis der Blattunterseite ab: Anders als beim adulten Käfer entstehen keine Löcher, sondern Fenster.

Jede Larve zerstört im Mittel 2,5 bis 3,5 Quadratzentimeter Blattfläche. Beim Weizen entspricht das rund 10 Prozent der Gesamtfläche des Fahnenblatts.

Der Schaden ist manchmal so groß, dass das Feld aus der Ferne weiß wirkt. Früher Befall im Weizen bei trockener Witterung kann zu einer Halmverkürzung führen und die Larven können bis zum Ende der Milchreife schädigen.

Erster Befall auf Kontrollschlägen

Die Berater des brandenburgischen Landesamts für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) berichten von erstem Fensterfraß in den Kontrollschlägen von Winterweizen und Triticale.

Sie empfehlen, die Schwellenwerte zu achten: „Der Bekämpfungsrichtwert ist erreicht, wenn im Winterweizen 50 Prozent befallene Fahnenblätter oder 1 Larve an 2 Fahnenblättern gefunden werden.“

Befall wird oft überschätzt

Allerdings warnen die LELF-Experten davor, zu schnell zu handeln: „Der Befall wird oft überschätzt.“ Eine eigene Bonitur als Linienbonitur (5 Pflanzen an 5 Punkten) hilft, den Befall auf der eigenen Fläche richtig einzuschätzen.

Eine chemische Bekämpfung mit einem Insektizid ist nur selten nötig. Weniger hohe Bestandsdichten und geringere, bedarfsbezogene Stickstoffdüngung vermindern das Befallsrisiko durch Getreidehähnchen.

Mit Material von LELF Brandenburg, DSV-Saaten

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